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  • Folgen von Hitze und Trockenheit


DiePreise für Gemüse bleiben niedrig, für Obst anhaltend hoch. Auch für Brotgetreide ziehen die Preise wegen der erheblichen Ernteausfälle an. Doch ob sich das auf Brot- und Brötchenpreise auswirken wird, bleibt abzuwarten. Das berichteten Marktexperten der ZMP in Berlin.

Gemüse
Freilandgemüse stammt in den Sommermonaten im Wesentlichen aus dem Inland. In Deutschland wird Intensivgemüsebau fast ausschließlich auf bewässerbaren Flächen betrieben. Bei einigen extensiveren Kulturen wie Kopfkohl, Zwiebeln oder Möhren gibt es aber auch noch nennenswerte Flächen ohne Bewässerungsmöglichkeit.

Bei Kopfsalaten sorgten die Spitzentemperaturen im Juli besonders in den heißeren Gebieten Deutschlands für Qualitätsunsicherheiten. Um diese zu umgehen, wird Salat jetzt meist jünger geerntet, so dass die Köpfe im Durchschnitt leichter sind. Von einem knapp versorgten Markt bei Freilandgemüse kann man mit wenigen Ausnahmen (Blumenkohl, Feldsalat) Ende Juli aber nicht sprechen. Die Verbraucherpreise haben bei zehn von insgesamt zwölf beobachteten Freilandgemüsearten noch nicht einmal den Durchschnitt der letzten fünf Jahre erreicht.

Bei Gemüse aus dem Unterglasanbau wie Tomaten, Gurken und Paprika, die zusammen mehr als ein Drittel der Haushaltsnachfrage nach Frischgemüse ausmachen, waren Auswirkungen der Trockenheit ohnehin nicht zu erwarten.

Obst
Obst hingegen ist im Unterschied zu Gemüse tatsächlich teurer als in den Vorjahren. Die Ursachen dafür sind vielfältig und nicht in erster Linie von der Dürre abhängig. Bei Erdbeeren wirkten sich vor allem die Kahlfröste im Winter negativ auf die Bestände aus. Steinobst wurde in Griechenland, Italien und Frankreich – teilweise auch in Deutschland – ein Opfer von Blütenfrösten. Deshalb werden Pfirsiche und Nektarinen bis zum Saisonende völlig unabhängig von der Niederschlagsentwicklung vergleichsweise teuer bleiben. Auch die frühen Zwetschensorten in Deutschland waren frostbedingt knapp und deshalb teuer. Der Behang der späten Sorten ist aber normal. Hier könnte die Trockenheit für eine leichte Reduzierung der Ernte sorgen. Auch die noch recht hohen Preise für Tafeltrauben hängen mit der Dürre in Italien zusammen.

Äpfel aus der Ernte 2002/03 waren auf Grund gut geräumter Bestände schon im Frühjahr etwas teurer als im Durchschnitt der letzen Jahre. Für die kommende Kernobstsaison 2003/04 ist in Europa eine kleinere Ernte zu erwarten. Hier dürften die Verbraucherpreise also leicht überdurchschnittlich bleiben.

Getreide
Die deutsche Getreideernte 2003 wird wahrscheinlich unter 40 Millionen Tonnen liegen, also noch deutlich unter der schwachen Ernte des Vorjahres von 43,4 Millionen Tonnen. Zwar ziehen durch die Verknappung die Erzeugerpreise an, doch müssen die Landwirte mit hohen Einkommenseinbußen fertig werden, die teilweise bäuerliche Existenzen bedrohen. Inwieweit Brot- und Brötchenpreise steigen werden, lässt sich zurzeit nicht absehen.

Kartoffeln
In Deutschland wie auch in der EU insgesamt ist in diesem Jahr mit einer deutlich kleineren Kartoffelernte als 2002 zu rechnen. Das lässt auf überdurchschnittliche Erzeugerpreise schließen. Die Verbraucherpreise für Speisekartoffeln werden aber wohl nur wenig steigen. Bei Veredlungsprodukten wie Pommes frites oder Klößen wirkt der hohe Anteil von vertraglich angebautem Rohstoff als Bremse für Preiserhöhungen. 14.08.03

 



DiePreise für Gemüse bleiben niedrig, für Obst anhaltend hoch. Auch für Brotgetreide ziehen die Preise wegen der erheblichen Ernteausfälle an. Doch ob sich das auf Brot- und Brötchenpreise auswirken wird, bleibt abzuwarten. Das berichteten Marktexperten der ZMP in Berlin.

Gemüse
Freilandgemüse stammt in den Sommermonaten im Wesentlichen aus dem Inland. In Deutschland wird Intensivgemüsebau fast ausschließlich auf bewässerbaren Flächen betrieben. Bei einigen extensiveren Kulturen wie Kopfkohl, Zwiebeln oder Möhren gibt es aber auch noch nennenswerte Flächen ohne Bewässerungsmöglichkeit.

Bei Kopfsalaten sorgten die Spitzentemperaturen im Juli besonders in den heißeren Gebieten Deutschlands für Qualitätsunsicherheiten. Um diese zu umgehen, wird Salat jetzt meist jünger geerntet, so dass die Köpfe im Durchschnitt leichter sind. Von einem knapp versorgten Markt bei Freilandgemüse kann man mit wenigen Ausnahmen (Blumenkohl, Feldsalat) Ende Juli aber nicht sprechen. Die Verbraucherpreise haben bei zehn von insgesamt zwölf beobachteten Freilandgemüsearten noch nicht einmal den Durchschnitt der letzten fünf Jahre erreicht.

Bei Gemüse aus dem Unterglasanbau wie Tomaten, Gurken und Paprika, die zusammen mehr als ein Drittel der Haushaltsnachfrage nach Frischgemüse ausmachen, waren Auswirkungen der Trockenheit ohnehin nicht zu erwarten.

Obst
Obst hingegen ist im Unterschied zu Gemüse tatsächlich teurer als in den Vorjahren. Die Ursachen dafür sind vielfältig und nicht in erster Linie von der Dürre abhängig. Bei Erdbeeren wirkten sich vor allem die Kahlfröste im Winter negativ auf die Bestände aus. Steinobst wurde in Griechenland, Italien und Frankreich – teilweise auch in Deutschland – ein Opfer von Blütenfrösten. Deshalb werden Pfirsiche und Nektarinen bis zum Saisonende völlig unabhängig von der Niederschlagsentwicklung vergleichsweise teuer bleiben. Auch die frühen Zwetschensorten in Deutschland waren frostbedingt knapp und deshalb teuer. Der Behang der späten Sorten ist aber normal. Hier könnte die Trockenheit für eine leichte Reduzierung der Ernte sorgen. Auch die noch recht hohen Preise für Tafeltrauben hängen mit der Dürre in Italien zusammen.

Äpfel aus der Ernte 2002/03 waren auf Grund gut geräumter Bestände schon im Frühjahr etwas teurer als im Durchschnitt der letzen Jahre. Für die kommende Kernobstsaison 2003/04 ist in Europa eine kleinere Ernte zu erwarten. Hier dürften die Verbraucherpreise also leicht überdurchschnittlich bleiben.

Getreide
Die deutsche Getreideernte 2003 wird wahrscheinlich unter 40 Millionen Tonnen liegen, also noch deutlich unter der schwachen Ernte des Vorjahres von 43,4 Millionen Tonnen. Zwar ziehen durch die Verknappung die Erzeugerpreise an, doch müssen die Landwirte mit hohen Einkommenseinbußen fertig werden, die teilweise bäuerliche Existenzen bedrohen. Inwieweit Brot- und Brötchenpreise steigen werden, lässt sich zurzeit nicht absehen.

Kartoffeln
In Deutschland wie auch in der EU insgesamt ist in diesem Jahr mit einer deutlich kleineren Kartoffelernte als 2002 zu rechnen. Das lässt auf überdurchschnittliche Erzeugerpreise schließen. Die Verbraucherpreise für Speisekartoffeln werden aber wohl nur wenig steigen. Bei Veredlungsprodukten wie Pommes frites oder Klößen wirkt der hohe Anteil von vertraglich angebautem Rohstoff als Bremse für Preiserhöhungen. 14.08.03

 

Folgen von Hitze und Trockenheit

DiePreise für Gemüse bleiben niedrig, für Obst anhaltend hoch. Auch für Brotgetreide ziehen die Preise wegen der erheblichen Ernteausfälle an. Doch ob sich das auf Brot- und Brötchenpreise auswirken wird, …

DiePreise für Gemüse bleiben niedrig, für Obst anhaltend hoch. Auch für Brotgetreide ziehen die Preise wegen der erheblichen Ernteausfälle an. Doch ob sich das auf Brot- und Brötchenpreise auswirken wird, bleibt abzuwarten. Das berichteten Marktexperten der ZMP in Berlin.

Gemüse
Freilandgemüse stammt in den Sommermonaten im Wesentlichen aus dem Inland. In Deutschland wird Intensivgemüsebau fast ausschließlich auf bewässerbaren Flächen betrieben. Bei einigen extensiveren Kulturen wie Kopfkohl, Zwiebeln oder Möhren gibt es aber auch noch nennenswerte Flächen ohne Bewässerungsmöglichkeit.

Bei Kopfsalaten sorgten die Spitzentemperaturen im Juli besonders in den heißeren Gebieten Deutschlands für Qualitätsunsicherheiten. Um diese zu umgehen, wird Salat jetzt meist jünger geerntet, so dass die Köpfe im Durchschnitt leichter sind. Von einem knapp versorgten Markt bei Freilandgemüse kann man mit wenigen Ausnahmen (Blumenkohl, Feldsalat) Ende Juli aber nicht sprechen. Die Verbraucherpreise haben bei zehn von insgesamt zwölf beobachteten Freilandgemüsearten noch nicht einmal den Durchschnitt der letzten fünf Jahre erreicht.

Bei Gemüse aus dem Unterglasanbau wie Tomaten, Gurken und Paprika, die zusammen mehr als ein Drittel der Haushaltsnachfrage nach Frischgemüse ausmachen, waren Auswirkungen der Trockenheit ohnehin nicht zu erwarten.

Obst
Obst hingegen ist im Unterschied zu Gemüse tatsächlich teurer als in den Vorjahren. Die Ursachen dafür sind vielfältig und nicht in erster Linie von der Dürre abhängig. Bei Erdbeeren wirkten sich vor allem die Kahlfröste im Winter negativ auf die Bestände aus. Steinobst wurde in Griechenland, Italien und Frankreich – teilweise auch in Deutschland – ein Opfer von Blütenfrösten. Deshalb werden Pfirsiche und Nektarinen bis zum Saisonende völlig unabhängig von der Niederschlagsentwicklung vergleichsweise teuer bleiben. Auch die frühen Zwetschensorten in Deutschland waren frostbedingt knapp und deshalb teuer. Der Behang der späten Sorten ist aber normal. Hier könnte die Trockenheit für eine leichte Reduzierung der Ernte sorgen. Auch die noch recht hohen Preise für Tafeltrauben hängen mit der Dürre in Italien zusammen.

Äpfel aus der Ernte 2002/03 waren auf Grund gut geräumter Bestände schon im Frühjahr etwas teurer als im Durchschnitt der letzen Jahre. Für die kommende Kernobstsaison 2003/04 ist in Europa eine kleinere Ernte zu erwarten. Hier dürften die Verbraucherpreise also leicht überdurchschnittlich bleiben.

Getreide
Die deutsche Getreideernte 2003 wird wahrscheinlich unter 40 Millionen Tonnen liegen, also noch deutlich unter der schwachen Ernte des Vorjahres von 43,4 Millionen Tonnen. Zwar ziehen durch die Verknappung die Erzeugerpreise an, doch müssen die Landwirte mit hohen Einkommenseinbußen fertig werden, die teilweise bäuerliche Existenzen bedrohen. Inwieweit Brot- und Brötchenpreise steigen werden, lässt sich zurzeit nicht absehen.

Kartoffeln
In Deutschland wie auch in der EU insgesamt ist in diesem Jahr mit einer deutlich kleineren Kartoffelernte als 2002 zu rechnen. Das lässt auf überdurchschnittliche Erzeugerpreise schließen. Die Verbraucherpreise für Speisekartoffeln werden aber wohl nur wenig steigen. Bei Veredlungsprodukten wie Pommes frites oder Klößen wirkt der hohe Anteil von vertraglich angebautem Rohstoff als Bremse für Preiserhöhungen. 14.08.03

 

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Veröffentlicht: 14.08.2003

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