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  • Forscher identifizieren Gen zur Fetteinlagerung


Der Würzburger Forscher Daniel Kraus hat mit internationalen Kollegen ein Gen identifiziert, das großen Einfluss auf den Aufbau von Körperfett hat. Die Wissenschaftler hemmten es bei Mäusen und die Tiere wurden – trotz unveränderter Fütterung – schlanker und zeigten keine Nebenwirkungen. Über ihre Arbeit berichteten die Mediziner im Wissenschaftsmagazin Nature [1].

Eine wesentliche Rolle bei der „Anhäufung“ von Fettgewebe spielt das Enzym NNMT (Nicotinamid-N-Methyltransferase). Daniel Kraus, Mediziner am Universitätsklinikum Würzburg, und sein Kollege Qin Yang stellten fest, dass NNMT im Fettgewebe „übergewichtiger“ Mäuse vermehrt vorkommt im Vergleich zu „schlanken“ Mäusen.

Die Forscher unterdrückten daraufhin NNMT bei fettleibigen Mäusen und untersuchten mit einer speziellen Magnetresonanzanalyse die Gewebezusammensetzung im Körper der lebenden Mäuse. Sie stellten fest: Die Menge an Fettgewebe ging zurück, obwohl die Mäuse nicht weniger fraßen und sich nicht mehr bewegten. Auch in den Exkrementen fand sich nicht mehr Fett als bei den Tieren der Kontrollgruppe.

Stattdessen fanden Kraus und Yang Hinweise dafür, dass NNMT den Verbrauch von energiereichen Molekülen im Fettgewebe reguliert. Abbauprodukte solcher Energieträger schieden die behandelten Mäuse vermehrt mit dem Urin aus. Schädliche Nebenwirkungen konnten bei dem Versuch nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Die Leber- und Nierenwerte waren normal. Die Leberverfettung ging bei adipösen Mäusen sogar zurück.

Obwohl der Stoffwechsel der Maus dem des Menschen ähnelt, müsse in der Zukunft dazu weiter geforscht werden. Kraus selbst wird dazu in einem nächsten Schritt Fettgewebe von übergewichtigen Patienten vom Universitätsklinikum Würzburg untersuchen.

Den Forscher interessieren an seiner Arbeit, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt wird, v. a. die neuen Erkenntnisse in Sachen Energieumsatz. Er ist sich aber bewusst, dass Pharmahersteller an diesem Bereich sehr interessiert sind: „Wem es als Erstem gelänge, eine vermeintlich so einfache Lösung für ernährungsbedingt Fettleibige auf den Markt zu bringen, der kann damit vermutlich größte Umsätze erzielen.“

Literatur: 1. Kraus D, Yang Q, Kong D et al. (2014) Nicotinamide N-methyltransferase knockdown protects against diet-induced obesity. Nature 508(7495): 258–262

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Pressemeldung vom 28.04.2014 (16.05.14)



© Daniel Kraus/Uniklinikum Würzburg
© Daniel Kraus/Uniklinikum Würzburg


Der Würzburger Forscher Daniel Kraus hat mit internationalen Kollegen ein Gen identifiziert, das großen Einfluss auf den Aufbau von Körperfett hat. Die Wissenschaftler hemmten es bei Mäusen und die Tiere wurden – trotz unveränderter Fütterung – schlanker und zeigten keine Nebenwirkungen. Über ihre Arbeit berichteten die Mediziner im Wissenschaftsmagazin Nature [1].

Eine wesentliche Rolle bei der „Anhäufung“ von Fettgewebe spielt das Enzym NNMT (Nicotinamid-N-Methyltransferase). Daniel Kraus, Mediziner am Universitätsklinikum Würzburg, und sein Kollege Qin Yang stellten fest, dass NNMT im Fettgewebe „übergewichtiger“ Mäuse vermehrt vorkommt im Vergleich zu „schlanken“ Mäusen.

Die Forscher unterdrückten daraufhin NNMT bei fettleibigen Mäusen und untersuchten mit einer speziellen Magnetresonanzanalyse die Gewebezusammensetzung im Körper der lebenden Mäuse. Sie stellten fest: Die Menge an Fettgewebe ging zurück, obwohl die Mäuse nicht weniger fraßen und sich nicht mehr bewegten. Auch in den Exkrementen fand sich nicht mehr Fett als bei den Tieren der Kontrollgruppe.

Stattdessen fanden Kraus und Yang Hinweise dafür, dass NNMT den Verbrauch von energiereichen Molekülen im Fettgewebe reguliert. Abbauprodukte solcher Energieträger schieden die behandelten Mäuse vermehrt mit dem Urin aus. Schädliche Nebenwirkungen konnten bei dem Versuch nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Die Leber- und Nierenwerte waren normal. Die Leberverfettung ging bei adipösen Mäusen sogar zurück.

Obwohl der Stoffwechsel der Maus dem des Menschen ähnelt, müsse in der Zukunft dazu weiter geforscht werden. Kraus selbst wird dazu in einem nächsten Schritt Fettgewebe von übergewichtigen Patienten vom Universitätsklinikum Würzburg untersuchen.

Den Forscher interessieren an seiner Arbeit, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt wird, v. a. die neuen Erkenntnisse in Sachen Energieumsatz. Er ist sich aber bewusst, dass Pharmahersteller an diesem Bereich sehr interessiert sind: „Wem es als Erstem gelänge, eine vermeintlich so einfache Lösung für ernährungsbedingt Fettleibige auf den Markt zu bringen, der kann damit vermutlich größte Umsätze erzielen.“

Literatur: 1. Kraus D, Yang Q, Kong D et al. (2014) Nicotinamide N-methyltransferase knockdown protects against diet-induced obesity. Nature 508(7495): 258–262

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Pressemeldung vom 28.04.2014 (16.05.14)



Forscher identifizieren Gen zur Fetteinlagerung

Der Würzburger Forscher Daniel Kraus hat mit internationalen Kollegen ein Gen identifiziert, das großen Einfluss auf den Aufbau von Körperfett hat. Die Wissenschaftler hemmten es bei Mäusen und die Tiere …

Der Würzburger Forscher Daniel Kraus hat mit internationalen Kollegen ein Gen identifiziert, das großen Einfluss auf den Aufbau von Körperfett hat. Die Wissenschaftler hemmten es bei Mäusen und die Tiere wurden – trotz unveränderter Fütterung – schlanker und zeigten keine Nebenwirkungen. Über ihre Arbeit berichteten die Mediziner im Wissenschaftsmagazin Nature [1].

Eine wesentliche Rolle bei der „Anhäufung“ von Fettgewebe spielt das Enzym NNMT (Nicotinamid-N-Methyltransferase). Daniel Kraus, Mediziner am Universitätsklinikum Würzburg, und sein Kollege Qin Yang stellten fest, dass NNMT im Fettgewebe „übergewichtiger“ Mäuse vermehrt vorkommt im Vergleich zu „schlanken“ Mäusen.

Die Forscher unterdrückten daraufhin NNMT bei fettleibigen Mäusen und untersuchten mit einer speziellen Magnetresonanzanalyse die Gewebezusammensetzung im Körper der lebenden Mäuse. Sie stellten fest: Die Menge an Fettgewebe ging zurück, obwohl die Mäuse nicht weniger fraßen und sich nicht mehr bewegten. Auch in den Exkrementen fand sich nicht mehr Fett als bei den Tieren der Kontrollgruppe.

Stattdessen fanden Kraus und Yang Hinweise dafür, dass NNMT den Verbrauch von energiereichen Molekülen im Fettgewebe reguliert. Abbauprodukte solcher Energieträger schieden die behandelten Mäuse vermehrt mit dem Urin aus. Schädliche Nebenwirkungen konnten bei dem Versuch nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Die Leber- und Nierenwerte waren normal. Die Leberverfettung ging bei adipösen Mäusen sogar zurück.

Obwohl der Stoffwechsel der Maus dem des Menschen ähnelt, müsse in der Zukunft dazu weiter geforscht werden. Kraus selbst wird dazu in einem nächsten Schritt Fettgewebe von übergewichtigen Patienten vom Universitätsklinikum Würzburg untersuchen.

Den Forscher interessieren an seiner Arbeit, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt wird, v. a. die neuen Erkenntnisse in Sachen Energieumsatz. Er ist sich aber bewusst, dass Pharmahersteller an diesem Bereich sehr interessiert sind: „Wem es als Erstem gelänge, eine vermeintlich so einfache Lösung für ernährungsbedingt Fettleibige auf den Markt zu bringen, der kann damit vermutlich größte Umsätze erzielen.“

Literatur: 1. Kraus D, Yang Q, Kong D et al. (2014) Nicotinamide N-methyltransferase knockdown protects against diet-induced obesity. Nature 508(7495): 258–262

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Pressemeldung vom 28.04.2014 (16.05.14)

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Veröffentlicht: 16.05.2014

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