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Immer mehr Deutsche wissen um eine gesunde Ernährung und dennoch nehmen Erkrankungen durch Über- und Fehlernährung zu. Für eine nachhaltige Ernährung hat eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte repräsentative Studie jetzt sieben verschiedene Ernährungsstile identifiziert und am Montag in Berlin vorgestellt. Für das Verbundvorhaben "Ernährungswende" um das Freiburger Öko-Institut befragte das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) von Februar bis März diesen Jahres über 2 000 Menschen.  Demnach ist unser Essverhalten geprägt durch äußere Alltagszwänge und soziale Faktoren wie Einkommen und Bildung. Eine zentrale Rolle spielen jedoch die Wünsche und Ansprüche der Konsumenten. Fehlernährung müsse somit kein Schicksal sein, sagen die Wissenschaftler. Auch für die "desinteressierten Fast Fooder", sowie den "Billig- und Fleisch-Esser" gebe es gesunde Alternativen. Attraktiv und schnell sei beispielsweise der "Wrap", ein Weizenfladen mit Salatfüllung. Den "gestressten Alltagsmanagerinnen" oder "freudlosen Gewohnheitsköchen" könne ebenfalls mit individuell angepassten Produkten und überraschenden Kochrezepten geholfen werden.  Forscherinnen und Forscher um das Freiburger Öko-Institut mahnen für Deutschland eine "Ernährungswende" an: Die Industrie müsse die veränderten Lebensstile für die Entwicklung innovativer Produkte und die Essenspläne von Kantinen berücksichtigen. Länder und Kommunen müssten im Rahmen des vom BMBF mit vier Milliarden Euro geförderten Auf- und Ausbaus von Ganztagsschulen die Verpflegung der Kinder verbessern.  Die Wissenschaftler wiesen zugleich darauf hin, dass die Verbraucher hierzulande im europäischen Vergleich zwar in die teuersten Küchen investierten. Gleichzeitig gäben sie aber am wenigsten Geld für Lebensmittel aus. Auf Grundlage einer Analyse von Zahlen des Statistischen Bundesamtes stellten die Wissenschaftler außerdem fest, dass die Deutschen zu Hause immer mehr zu gesünderen Produkten wie Obst und Gemüse greifen, jedoch stieg auch der Konsum von Fertigmenüs. Und bei konstanten Ausgaben für Auswärts-Essen von 50 Milliarden Euro jährlich wuchs in den neunziger Jahren der Anteil des Fast Food von zwei auf fast sechs Milliarden Euro. Weitere Informationen zum Kompetenznetzwerk Agrar- und Ernährungsforschung finden Sie im Internet unter: www.regionalerwohlstand.de. (22.06.04)



Immer mehr Deutsche wissen um eine gesunde Ernährung und dennoch nehmen Erkrankungen durch Über- und Fehlernährung zu. Für eine nachhaltige Ernährung hat eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte repräsentative Studie jetzt sieben verschiedene Ernährungsstile identifiziert und am Montag in Berlin vorgestellt. Für das Verbundvorhaben "Ernährungswende" um das Freiburger Öko-Institut befragte das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) von Februar bis März diesen Jahres über 2 000 Menschen.  Demnach ist unser Essverhalten geprägt durch äußere Alltagszwänge und soziale Faktoren wie Einkommen und Bildung. Eine zentrale Rolle spielen jedoch die Wünsche und Ansprüche der Konsumenten. Fehlernährung müsse somit kein Schicksal sein, sagen die Wissenschaftler. Auch für die "desinteressierten Fast Fooder", sowie den "Billig- und Fleisch-Esser" gebe es gesunde Alternativen. Attraktiv und schnell sei beispielsweise der "Wrap", ein Weizenfladen mit Salatfüllung. Den "gestressten Alltagsmanagerinnen" oder "freudlosen Gewohnheitsköchen" könne ebenfalls mit individuell angepassten Produkten und überraschenden Kochrezepten geholfen werden.  Forscherinnen und Forscher um das Freiburger Öko-Institut mahnen für Deutschland eine "Ernährungswende" an: Die Industrie müsse die veränderten Lebensstile für die Entwicklung innovativer Produkte und die Essenspläne von Kantinen berücksichtigen. Länder und Kommunen müssten im Rahmen des vom BMBF mit vier Milliarden Euro geförderten Auf- und Ausbaus von Ganztagsschulen die Verpflegung der Kinder verbessern.  Die Wissenschaftler wiesen zugleich darauf hin, dass die Verbraucher hierzulande im europäischen Vergleich zwar in die teuersten Küchen investierten. Gleichzeitig gäben sie aber am wenigsten Geld für Lebensmittel aus. Auf Grundlage einer Analyse von Zahlen des Statistischen Bundesamtes stellten die Wissenschaftler außerdem fest, dass die Deutschen zu Hause immer mehr zu gesünderen Produkten wie Obst und Gemüse greifen, jedoch stieg auch der Konsum von Fertigmenüs. Und bei konstanten Ausgaben für Auswärts-Essen von 50 Milliarden Euro jährlich wuchs in den neunziger Jahren der Anteil des Fast Food von zwei auf fast sechs Milliarden Euro. Weitere Informationen zum Kompetenznetzwerk Agrar- und Ernährungsforschung finden Sie im Internet unter: www.regionalerwohlstand.de. (22.06.04)

Gesünder essen trotz Alltagsstress

Immer mehr Deutsche wissen um eine gesunde Ernährung und dennoch nehmen Erkrankungen durch Über- und Fehlernährung zu. Für eine nachhaltige Ernährung hat eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) …

Immer mehr Deutsche wissen um eine gesunde Ernährung und dennoch nehmen Erkrankungen durch Über- und Fehlernährung zu. Für eine nachhaltige Ernährung hat eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte repräsentative Studie jetzt sieben verschiedene Ernährungsstile identifiziert und am Montag in Berlin vorgestellt. Für das Verbundvorhaben “Ernährungswende” um das Freiburger Öko-Institut befragte das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) von Februar bis März diesen Jahres über 2 000 Menschen.  Demnach ist unser Essverhalten geprägt durch äußere Alltagszwänge und soziale Faktoren wie Einkommen und Bildung. Eine zentrale Rolle spielen jedoch die Wünsche und Ansprüche der Konsumenten. Fehlernährung müsse somit kein Schicksal sein, sagen die Wissenschaftler. Auch für die “desinteressierten Fast Fooder”, sowie den “Billig- und Fleisch-Esser” gebe es gesunde Alternativen. Attraktiv und schnell sei beispielsweise der “Wrap”, ein Weizenfladen mit Salatfüllung. Den “gestressten Alltagsmanagerinnen” oder “freudlosen Gewohnheitsköchen” könne ebenfalls mit individuell angepassten Produkten und überraschenden Kochrezepten geholfen werden.  Forscherinnen und Forscher um das Freiburger Öko-Institut mahnen für Deutschland eine “Ernährungswende” an: Die Industrie müsse die veränderten Lebensstile für die Entwicklung innovativer Produkte und die Essenspläne von Kantinen berücksichtigen. Länder und Kommunen müssten im Rahmen des vom BMBF mit vier Milliarden Euro geförderten Auf- und Ausbaus von Ganztagsschulen die Verpflegung der Kinder verbessern.  Die Wissenschaftler wiesen zugleich darauf hin, dass die Verbraucher hierzulande im europäischen Vergleich zwar in die teuersten Küchen investierten. Gleichzeitig gäben sie aber am wenigsten Geld für Lebensmittel aus. Auf Grundlage einer Analyse von Zahlen des Statistischen Bundesamtes stellten die Wissenschaftler außerdem fest, dass die Deutschen zu Hause immer mehr zu gesünderen Produkten wie Obst und Gemüse greifen, jedoch stieg auch der Konsum von Fertigmenüs. Und bei konstanten Ausgaben für Auswärts-Essen von 50 Milliarden Euro jährlich wuchs in den neunziger Jahren der Anteil des Fast Food von zwei auf fast sechs Milliarden Euro. Weitere Informationen zum Kompetenznetzwerk Agrar- und Ernährungsforschung finden Sie im Internet unter: www.regionalerwohlstand.de. (22.06.04)

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Veröffentlicht: 22.06.2004

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