
Rauchen erhöht das Risiko einer koronaren Herzkrankheit. © Zoonar RF / Zoonar / Thinkstock
Herzerkrankungen, darunter Herzinfarkte, treten in Deutschland mittlerweile bei Frauen fast so häufig auf wie bei Männern. Bei den Risiken durch Vorerkrankungen jedoch gibt es wichtige Unterschiede. Als eine vorbeugende Maßnahme empfiehlt die DGFF (Lipid-Liga), regelmäßig die Blutfett- und Cholesterinwerte messen zu lassen – insbesondere nach dem Eintritt der Wechseljahre.
Die Annahme, Herzinfarkt sei eine Männersache, trifft nicht mehr zu, führte aber laut DGFF dazu, dass Frauen heute die Bedrohung nicht als solche wahrnehmen und vorbeugende Maßnahmen vernachlässigen. Auch bei der ärztlichen Behandlung erhalten Frauen demnach seltener eine konsequente Therapie. Das ändert sich nur langsam, obwohl es vor allem bei der Entstehung der koronaren Herzkrankheiten (KHK) große Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt.
Die Faktoren, die das Risiko einer KHK erhöhen, sind bei Frauen und Männern grundsätzlich die gleichen: Rauchen, Vererbung, Fettstoffwechselstörungen mit erhöhten Blutwerten von Cholesterin-, Triglyzeriden (Blutfette) und Lipoprotein(a), Atherosklerose (Arterienverkalkung), Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck (Hypertonie), Diabetes mellitus und Stress. Ein wichtiger Unterschied ist, dass Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck und Stress sowie die Kombination von Übergewicht und Bewegungsmangel bei Frauen eine größere Rolle spielen als bei Männern.
Symptome treten bei Frauen später im Leben auf
Darüber hinaus verschärfen sich viele Risiken bei den Frauen erst nach dem Eintritt in die Wechseljahre (Menopause). Das ist z. B. auch im Fettstoffwechsel der Fall: So haben Frauen im Durchschnitt niedrigere Blutwerte des „schlechten“ LDL-Cholesterins als Männer, was sich jedoch ab dem 55. Lebensjahr umkehrt. Erhöhte Blutfettwerte (Triglyzeridspiegel) bringen bei Frauen ein mehr als doppelt so hohes KHK-Risiko mit sich als bei Männern (76 Prozent vs. 32 Prozent).
Frauen sind im Durchschnitt zehn Jahre älter als Männer, wenn sich Symptome zeigen und z. B. eine Atherosklerose festgestellt wird. Das verringert die Chancen, deren Entwicklung aufzuhalten oder gar rückgängig zu machen. Erleiden Frauen einen Herzinfarkt, äußert sich das häufig durch andere Beschwerden.
Statt des bei Männern bekannten dominierenden Schmerzes in der linken Brust, treten bei Frauen relativ häufiger Atemnot, Bauchschmerzen und Übelkeit auf, wodurch ein Herzinfarkt oft spät erkannt wird. Auch dies trägt dazu bei, dass mehr Frauen als Männer im Alter um 50 Jahre am akuten Herzinfarkt sterben.
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