
Rund 30000 Kinder und Jugendliche sind von Diabetes mellitus Typ 1 betroffen. © Aiden Franklin/iStock/Thinkstock
Bei Kindern und Jugendlichen ist Diabetes mellitus Typ 1 die häufigste chronische Autoimmun- und Stoffwechselerkrankung. Dabei zerstört das körpereigene Immunsystem die Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse, was zu einem Insulinmangel führt.
Insulinmangel ruft eine Hyperglykämie (Überzucker) hervor, die – nicht erkannt oder unbehandelt – in einer lebensgefährlichen Stoffwechselentgleisung, eine sogenannten Ketoazidose, mündet. Ketoazidosen können eine langfristige Beeinträchtigung der Hirnfunktion und Denkleistung bedingen.
Bei etwa jedem dritten Krankheitsfall wird die Erkrankung erst aufgrund einer solchen Ketoazidose erkannt. Neue Tests zur Früherkennung könnten laut dem Institut für Diabetesforschung (IDF), Helmholtz Zentrum München, Ketoazidosen verhindern.
Präventionsstudien für Risikopersonen würden außerdem Anlass zu der Hoffnung geben, das Auftreten von Diabetes mellitus Typ 1 in Zukunft verhindern zu können.
Bluttest für rechtzeitige Diagnose
Das Risiko einer lebensgefährlichen Ketoazidose ist besonders groß, wenn der Diabetes noch nicht diagnostiziert wurde. Unter Schirmherrschaft der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, haben Wissenschaftler des IDF daher in diesem Jahr das Pilotprojekt Fr1da gestartet: Bayernweit bieten Pädiater für Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren einen einmaligen Bluttest an, mit dem das Erkrankungsrisiko für Diabetes mellitus Typ 1 ermittelt wird.
Kinder und Erwachsene, die Verwandte mit Diabetes mellitus Typ 1 und daher ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, können ebenfalls von einem kostenlosen Risikotest des IDF profitieren. Dabei werden nicht nur Diabetesgene analysiert, sondern auch diabetesspezifische Autoantikörper im Blut gemessen. Auf lange Sicht sollen eine frühzeitige Diagnose und eine rechtzeitig eingeleitete Insulintherapie das Risiko für Folgeerkrankungen verringern.
Weil Diabetes mellitus Typ 1 zunehmend bei Kleinkindern auftritt, steigt mit längerer Diabetesdauer das Risiko für Folgeerkrankungen, zum Beispiel Schädigungen der Nerven oder Augen.
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