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  • Ist eine Reovirus-Infektion mitverantwortlich für Zöliakie?
Einschränkende Erkrankung: Wer unter Zöliakie leidet, muss auf Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste und Grünkern verzichten. © lolostock / iStock / Thinkstock
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Einschränkende Erkrankung: Wer unter Zöliakie leidet, muss auf Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste und Grünkern verzichten. © lolostock / iStock / Thinkstock
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Einschränkende Erkrankung: Wer unter Zöliakie leidet, muss auf Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste und Grünkern verzichten. © lolostock / iStock / Thinkstock
Einschränkende Erkrankung: Wer unter Zöliakie leidet, muss auf Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste und Grünkern verzichten. © lolostock / iStock / Thinkstock

Glutenunverträglichkeit: Ist eine Reovirus-Infektion mitverantwortlich für Zöliakie?

Eine Infektion mit dem üblicherweise harmlosen Reovirus könnte nach einer Studie von Wissenschaftlern der Universitäten in Chicago und Pittsburgh schwerwiegende Folgen haben: Die Viren könnten für einen Ausbruch von Zöliakie mitverantwortlich sein. Für ihre Studie infizierten Wissenschaftler Mäuse mit Stämmen des Reovirus, die auch Menschen befallen.

Betroffene der Autoimmunerkrankung Zöliakie leiden unter einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, das unter anderem in Weizen- und Roggenprodukten vorkommt. Gluten verursacht Entzündungen der Dünndarmzotten, die sich zurückbilden und so weniger Nährstoffe aufnehmen können. Die Folge sind Mangelerscheinungen (zum Beispiel Eisenmangel), Gewichtsabnahme, Stimmungsschwankungen sowie bei Kleinkindern Weinerlichkeit. Die derzeit einzige Möglichkeit zur Behandlung ist eine glutenfreie Ernährung.

Die jetzt veröffentlichte Studie zeigt, dass die Darmviren das Immunsystem dazu veranlassen können, bei Anwesenheit von Gluten sehr heftig zu reagieren und eine Zöliakie auszulösen. Die Tests führten die Forscher an Mäusen durch. Außerdem identifizierten die Wissenschaftler im Blut von Zöliakiepatienten Antikörper gegen Reoviren – häufiger als bei Menschen, die Gluten vertragen. Diese Ergebnisse zeigen, dass sich die Testpersonen in der Vergangenheit mit dem Virus infiziert haben, und legen nahe, dass die Infektion eine bleibende Markierung auf dem Immunsystem hinterlässt, die die spätere Autoimmunreaktion auf Gluten begünstigt.

Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse noch auf Menschen übertragen werden müssen. Sollte sich hier allerdings der Verdacht bestätigen, könnte dies den Auftakt für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Zöliakie bedeuten.


Originalstudie: 

Romain Bouziat, Reinhard Hinterleitner, Judy J. Brown, Jennifer E. Stencel-Baerenwald, Mine Ikizler et al. Reovirus infection triggers inflammatory responses to dietary antigens and development of celiac disease. Science 07 Apr 2017: Vol. 356, Issue 6333, pp. 44-50. DOI: 10.1126/science.aah5298

Verschlagwortet mit: Ernährung, Zöliakie, Gluten, Getreide, Forschung
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Veröffentlicht: 11.04.2017

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