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  • Mit Apfelsaft gegen Krebs


Wer viel Obst, Gemüse und Brot isst, sich aber bei Fleisch und Fett zurückhält, verringert wahrscheinlich sein Risiko, an einigen häufigen Krebsarten zu erkranken. Welchen Substanzen in der Nahrung eine Schutzwirkung haben, ist aber immer noch unklar.

Ernährungswissenschaftler und Mediziner der Friedrich-Schiller-Universität Jena wollen herausfinden, ob und wie bestimmte Ballaststoffe zusammen mit anderen Stoffen im Apfelsaft daran beteiligt sind, Dickdarmkrebs zu verhindern. Für ihre auf drei Jahre angelegte Studie hat das Bundesforschungsministerium jetzt rund 335.000 Euro bewilligt.

Schon länger bekannt ist, dass Ballaststoffe im Darm durch die dort vorhandenen Bakterien zu Stoffwechselprodukten abgebaut werden, die in Dickdarmzellen Kettenreaktionen auslösen. Diese könnten zusammen mit weiteren Stoffen im Apfelsaft zur verstärkten Produktion von Entgiftungsenzymen führen. Zellen mit vielen solcher giftschluckenden Eiweiße scheinen wiederum besser davor geschützt zu sein, von krebserregenden Substanzen "gekapert" und in Tumorzellen verwandelt zu werden.

An diesem Punkt setzen die Forscher der Universität Jena an: „Was uns in erster Linie interessiert, sind die bislang noch kaum entschlüsselten molekularen Wechselwirkungen zwischen dem Entgiftungsprogramm der Zelle und den Substanzen, die sie von außen aufnimmt", erklärt Prof. Dr. Beatrice Pool-Zobel vom Institut für Ernährungswissenschaften. "Fernziel der Studie ist es, die Entgiftungsprozesse in Dickdarmzellen in Details zu verstehen. Dann werden wir auch wissen, wie wir sie gezielt krebsvorbeugend beeinflussen können, zum Beispiel durch bestimmte Diäten", ist sich die Ernährungswissenschaftlerin sicher.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Zunächst wollen die Jenaer Forscher nachweisen, dass die Ballaststoffe in den Dickdarmzellen tatsächlich die Produktion von Entgiftungsenzymen ankurbeln. Als Testobjekt verwenden sie naturtrüben Apfelsaft – das Getränk dient als ein Modell für pflanzliche Lebensmittel. Dann werden sie die Kettenreaktionen studieren, in denen diese Entgiftungsenzyme entstehen. Die Darmzellen für ihre Laborversuche stammen aus Gewebeproben, die bei Operationen entfernt werden. Sobald die Wirkungen der Stoffe auf die Zellen nachvollziehbar sind, soll in einem Folgeprojekt an Probanden überprüft werden, ob sich die krebsvorbeugenden Prozesse im Menschen ähnlich steuern lassen wie an isolierten Zellen im Reagenzglas. 02.08.02



Wer viel Obst, Gemüse und Brot isst, sich aber bei Fleisch und Fett zurückhält, verringert wahrscheinlich sein Risiko, an einigen häufigen Krebsarten zu erkranken. Welchen Substanzen in der Nahrung eine Schutzwirkung haben, ist aber immer noch unklar.

Ernährungswissenschaftler und Mediziner der Friedrich-Schiller-Universität Jena wollen herausfinden, ob und wie bestimmte Ballaststoffe zusammen mit anderen Stoffen im Apfelsaft daran beteiligt sind, Dickdarmkrebs zu verhindern. Für ihre auf drei Jahre angelegte Studie hat das Bundesforschungsministerium jetzt rund 335.000 Euro bewilligt.

Schon länger bekannt ist, dass Ballaststoffe im Darm durch die dort vorhandenen Bakterien zu Stoffwechselprodukten abgebaut werden, die in Dickdarmzellen Kettenreaktionen auslösen. Diese könnten zusammen mit weiteren Stoffen im Apfelsaft zur verstärkten Produktion von Entgiftungsenzymen führen. Zellen mit vielen solcher giftschluckenden Eiweiße scheinen wiederum besser davor geschützt zu sein, von krebserregenden Substanzen "gekapert" und in Tumorzellen verwandelt zu werden.

An diesem Punkt setzen die Forscher der Universität Jena an: „Was uns in erster Linie interessiert, sind die bislang noch kaum entschlüsselten molekularen Wechselwirkungen zwischen dem Entgiftungsprogramm der Zelle und den Substanzen, die sie von außen aufnimmt", erklärt Prof. Dr. Beatrice Pool-Zobel vom Institut für Ernährungswissenschaften. "Fernziel der Studie ist es, die Entgiftungsprozesse in Dickdarmzellen in Details zu verstehen. Dann werden wir auch wissen, wie wir sie gezielt krebsvorbeugend beeinflussen können, zum Beispiel durch bestimmte Diäten", ist sich die Ernährungswissenschaftlerin sicher.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Zunächst wollen die Jenaer Forscher nachweisen, dass die Ballaststoffe in den Dickdarmzellen tatsächlich die Produktion von Entgiftungsenzymen ankurbeln. Als Testobjekt verwenden sie naturtrüben Apfelsaft – das Getränk dient als ein Modell für pflanzliche Lebensmittel. Dann werden sie die Kettenreaktionen studieren, in denen diese Entgiftungsenzyme entstehen. Die Darmzellen für ihre Laborversuche stammen aus Gewebeproben, die bei Operationen entfernt werden. Sobald die Wirkungen der Stoffe auf die Zellen nachvollziehbar sind, soll in einem Folgeprojekt an Probanden überprüft werden, ob sich die krebsvorbeugenden Prozesse im Menschen ähnlich steuern lassen wie an isolierten Zellen im Reagenzglas. 02.08.02

Mit Apfelsaft gegen Krebs

Wer viel Obst, Gemüse und Brot isst, sich aber bei Fleisch und Fett zurückhält, verringert wahrscheinlich sein Risiko, an einigen häufigen Krebsarten zu erkranken. Welchen Substanzen in der Nahrung eine …

Wer viel Obst, Gemüse und Brot isst, sich aber bei Fleisch und Fett zurückhält, verringert wahrscheinlich sein Risiko, an einigen häufigen Krebsarten zu erkranken. Welchen Substanzen in der Nahrung eine Schutzwirkung haben, ist aber immer noch unklar.

Ernährungswissenschaftler und Mediziner der Friedrich-Schiller-Universität Jena wollen herausfinden, ob und wie bestimmte Ballaststoffe zusammen mit anderen Stoffen im Apfelsaft daran beteiligt sind, Dickdarmkrebs zu verhindern. Für ihre auf drei Jahre angelegte Studie hat das Bundesforschungsministerium jetzt rund 335.000 Euro bewilligt.

Schon länger bekannt ist, dass Ballaststoffe im Darm durch die dort vorhandenen Bakterien zu Stoffwechselprodukten abgebaut werden, die in Dickdarmzellen Kettenreaktionen auslösen. Diese könnten zusammen mit weiteren Stoffen im Apfelsaft zur verstärkten Produktion von Entgiftungsenzymen führen. Zellen mit vielen solcher giftschluckenden Eiweiße scheinen wiederum besser davor geschützt zu sein, von krebserregenden Substanzen “gekapert” und in Tumorzellen verwandelt zu werden.

An diesem Punkt setzen die Forscher der Universität Jena an: „Was uns in erster Linie interessiert, sind die bislang noch kaum entschlüsselten molekularen Wechselwirkungen zwischen dem Entgiftungsprogramm der Zelle und den Substanzen, die sie von außen aufnimmt”, erklärt Prof. Dr. Beatrice Pool-Zobel vom Institut für Ernährungswissenschaften. “Fernziel der Studie ist es, die Entgiftungsprozesse in Dickdarmzellen in Details zu verstehen. Dann werden wir auch wissen, wie wir sie gezielt krebsvorbeugend beeinflussen können, zum Beispiel durch bestimmte Diäten”, ist sich die Ernährungswissenschaftlerin sicher.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Zunächst wollen die Jenaer Forscher nachweisen, dass die Ballaststoffe in den Dickdarmzellen tatsächlich die Produktion von Entgiftungsenzymen ankurbeln. Als Testobjekt verwenden sie naturtrüben Apfelsaft – das Getränk dient als ein Modell für pflanzliche Lebensmittel. Dann werden sie die Kettenreaktionen studieren, in denen diese Entgiftungsenzyme entstehen. Die Darmzellen für ihre Laborversuche stammen aus Gewebeproben, die bei Operationen entfernt werden. Sobald die Wirkungen der Stoffe auf die Zellen nachvollziehbar sind, soll in einem Folgeprojekt an Probanden überprüft werden, ob sich die krebsvorbeugenden Prozesse im Menschen ähnlich steuern lassen wie an isolierten Zellen im Reagenzglas. 02.08.02

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Veröffentlicht: 02.08.2002

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