Bisherige Datenlage zur Ernährung junger Menschen
Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass sich junge Menschen, meist im Alter zwischen 14 und 29 Jahren, kritisch mit ihrer Ernährungsweise auseinandersetzen und oft aufgeschlossen für eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise sind. Der Verzicht auf Fleisch wird als Trend unter Teenagern beschrieben, insbesondere bei jungen Mädchen und Frauen. In jüngerer Zeit werden diese Aussagen jedoch hinterfragt, da es deutliche Unterschiede innerhalb der Alterskohorte zu geben scheint. Unter den jungen Menschen finden sich zwar mehr Vegetarier*innen und Veganer*innen als in anderen Alterskohorten, aber gleichzeitig geben 27 % der 14–29-Jährigen an, ein- bis mehrmals täglich Fleisch bzw. Wurst zu verzehren. Fleischverzehr bzw. -verzicht können identitätsstiftend sein und durch die Sozialisation geprägt sein. Daher sollte die junge Generation hinsichtlich dieses Ernährungsaspektes als inhomogene Gruppe verstanden werden.
Aktuelle Studie
Davon ausgehend wurden 1555 Personen im Alter von 16–29 Jahren online befragt. Die Stichprobe bildet hinsichtlich der soziodemografischen Merkmale Geschlecht, Bildung und Bundesland nahezu repräsentativ die Bevölkerung ab. Unter den Befragten gaben 17,4 % an, sich vegetarisch zu ernähren, 2,4 % vegan. Der größere Teil (80,1 %) gab an, Fleisch zu verzehren. Die Selbsteinschätzung bezüglich der Bedeutung und Auswirkung einer umweltbewussten Ernährung ergab insbesondere im Hinblick auf das Bildungsniveau deutliche Unterschiede in der Alterskohorte. Der Kauf umweltfreundlicher und biologisch erzeugter Lebensmittel ist bei allen Ernährungsweisen bedeutend, wobei auch hier eine Abhängigkeit vom Bildungsniveau erkennbar ist. Auch in Fragen zur Häufigkeit der Fleischzubereitung sowie zum Recht auf Fleischverzehr wurde deutlich, dass es sich bei der Alterskohorte von 16–29 Jahren um eine inhomogene Gruppe handelt.
Die Autorinnen schließen aus den Ergebnissen, dass Transformationspotenziale und ihr Einfluss auf Ernährungsweisen und -praktiken nicht als generationsbedingt angenommen werden sollten.
Zitierweise:
Ruppenthal T, Rückert-John J: Social differences in the sustainable nutrition of young people in Germany. Ernahrungs Umschau 2026; 73(8): 142–9.e36–8. DOI: 10.4455/eu.2026.027
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