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  • Neu entdeckt: Schadstoff Glycidol-Fettsäure-Ester


Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer "ersten Einschätzung" über einen neuen Schadstoff informiert, der bei der Fettverarbeitung entsteht: Glycidol-Fettsäure-Ester (Glycidylester). Der Nachweis gelang dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart, wenige Monate nach der Entdeckung von 3-MCPD-Fettsäureestern. Besonders hohe Gehalte hat das CVUA in raffinierten Palmölen gefunden. Das wiederum ist unter anderem ein Bestandteil von Säuglingsmilchnahrung.

Glycidylester gibt es vermutlich, seitdem man Fette raffiniert, aber erst jetzt ist ihre Existenz bekannt. Ein Baustein dieser Ester-Verbindung ist das Glycidol. Das gilt als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" und ist damit vergleichbar mit Acrylamid. "Für derartige Substanzen gilt das ALARA-Prinzip", sagt Dr. Klaus ABRAHAM vom BfR, "das heißt, es sollte so wenig wie möglich in den Produkten vorkommen". ALARA steht für: As Low As Reasonable Achievable = so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar. Offen ist aber, ob tatsächlich und in welchen Mengen Glycidester in den raffinierten Fetten vorhanden sind, so ABRAHAM, und ob bei der Verdauung auch Glycidol freigesetzt wird, das dann wirken könnte, als ob freies Glycidol verzehrt worden wäre.

In einer vorsichtigen Risikobewertung ist das BfR daher von hypothetischen Mengen ausgegangen und hat auf dieser Grundlage den "Worst-Case" durchgespielt. Wenn alle Annahmen zutreffen würden, dann würden Säuglinge über Muttermilchersatzprodukte bedenkliche Mengen an Glycidol aufnehmen. Trotzdem sollen Mütter, die nicht stillen, weiterhin zu herkömmlicher Säuglingsmilchnahrung greifen; da es keine Alternative für nicht gestillte Säuglinge gibt.

Die Hersteller von Säuglingsnahrung brauchen Palmöl, um das Fettsäuremuster ihrer Produkte an die Zusammensetzung der Muttermilch anzupassen. "Wir wissen jetzt, dass Glycidester entstehen können, wir wollen das nicht und wir tun etwas dagegen", sagt Stefan STOHL, Pressesprecher von Milupa. Zurzeit laufen bereits mehrere Forschungsprojekte zur Reduktion von 3-MPCD-Estern und zum Abbau im Körper. Im Rahmen dieser Projekte soll jetzt auch die neue Substanz unter die Lupe genommen werden.

Laut BfR können Glycidol-Fettsäureester prinzipiell in allen Lebensmitteln enthalten sein, die raffinierte pflanzliche Fette und Öle enthalten. Da die höchsten Gehalte bisher in raffiniertem Palmöl gemessen wurden, ist anzunehmen, dass Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Palmöl auch die höchsten Gehalte an Glycidol-Fettsäureestern aufweisen. Weitere Informationen unter: www.bfr.bund.de, Suchwort "Glycidol". Quelle: aid (18.05.09)





Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer "ersten Einschätzung" über einen neuen Schadstoff informiert, der bei der Fettverarbeitung entsteht: Glycidol-Fettsäure-Ester (Glycidylester). Der Nachweis gelang dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart, wenige Monate nach der Entdeckung von 3-MCPD-Fettsäureestern. Besonders hohe Gehalte hat das CVUA in raffinierten Palmölen gefunden. Das wiederum ist unter anderem ein Bestandteil von Säuglingsmilchnahrung.

Glycidylester gibt es vermutlich, seitdem man Fette raffiniert, aber erst jetzt ist ihre Existenz bekannt. Ein Baustein dieser Ester-Verbindung ist das Glycidol. Das gilt als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" und ist damit vergleichbar mit Acrylamid. "Für derartige Substanzen gilt das ALARA-Prinzip", sagt Dr. Klaus ABRAHAM vom BfR, "das heißt, es sollte so wenig wie möglich in den Produkten vorkommen". ALARA steht für: As Low As Reasonable Achievable = so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar. Offen ist aber, ob tatsächlich und in welchen Mengen Glycidester in den raffinierten Fetten vorhanden sind, so ABRAHAM, und ob bei der Verdauung auch Glycidol freigesetzt wird, das dann wirken könnte, als ob freies Glycidol verzehrt worden wäre.

In einer vorsichtigen Risikobewertung ist das BfR daher von hypothetischen Mengen ausgegangen und hat auf dieser Grundlage den "Worst-Case" durchgespielt. Wenn alle Annahmen zutreffen würden, dann würden Säuglinge über Muttermilchersatzprodukte bedenkliche Mengen an Glycidol aufnehmen. Trotzdem sollen Mütter, die nicht stillen, weiterhin zu herkömmlicher Säuglingsmilchnahrung greifen; da es keine Alternative für nicht gestillte Säuglinge gibt.

Die Hersteller von Säuglingsnahrung brauchen Palmöl, um das Fettsäuremuster ihrer Produkte an die Zusammensetzung der Muttermilch anzupassen. "Wir wissen jetzt, dass Glycidester entstehen können, wir wollen das nicht und wir tun etwas dagegen", sagt Stefan STOHL, Pressesprecher von Milupa. Zurzeit laufen bereits mehrere Forschungsprojekte zur Reduktion von 3-MPCD-Estern und zum Abbau im Körper. Im Rahmen dieser Projekte soll jetzt auch die neue Substanz unter die Lupe genommen werden.

Laut BfR können Glycidol-Fettsäureester prinzipiell in allen Lebensmitteln enthalten sein, die raffinierte pflanzliche Fette und Öle enthalten. Da die höchsten Gehalte bisher in raffiniertem Palmöl gemessen wurden, ist anzunehmen, dass Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Palmöl auch die höchsten Gehalte an Glycidol-Fettsäureestern aufweisen. Weitere Informationen unter: www.bfr.bund.de, Suchwort "Glycidol". Quelle: aid (18.05.09)



Neu entdeckt: Schadstoff Glycidol-Fettsäure-Ester

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer "ersten Einschätzung" über einen neuen Schadstoff informiert, der bei der Fettverarbeitung entsteht: Glycidol-Fettsäure-Ester (Glycidylester). Der Nachweis gelang dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) …

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer “ersten Einschätzung” über einen neuen Schadstoff informiert, der bei der Fettverarbeitung entsteht: Glycidol-Fettsäure-Ester (Glycidylester). Der Nachweis gelang dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart, wenige Monate nach der Entdeckung von 3-MCPD-Fettsäureestern. Besonders hohe Gehalte hat das CVUA in raffinierten Palmölen gefunden. Das wiederum ist unter anderem ein Bestandteil von Säuglingsmilchnahrung.

Glycidylester gibt es vermutlich, seitdem man Fette raffiniert, aber erst jetzt ist ihre Existenz bekannt. Ein Baustein dieser Ester-Verbindung ist das Glycidol. Das gilt als “wahrscheinlich krebserregend beim Menschen” und ist damit vergleichbar mit Acrylamid. “Für derartige Substanzen gilt das ALARA-Prinzip”, sagt Dr. Klaus ABRAHAM vom BfR, “das heißt, es sollte so wenig wie möglich in den Produkten vorkommen”. ALARA steht für: As Low As Reasonable Achievable = so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar. Offen ist aber, ob tatsächlich und in welchen Mengen Glycidester in den raffinierten Fetten vorhanden sind, so ABRAHAM, und ob bei der Verdauung auch Glycidol freigesetzt wird, das dann wirken könnte, als ob freies Glycidol verzehrt worden wäre.

In einer vorsichtigen Risikobewertung ist das BfR daher von hypothetischen Mengen ausgegangen und hat auf dieser Grundlage den “Worst-Case” durchgespielt. Wenn alle Annahmen zutreffen würden, dann würden Säuglinge über Muttermilchersatzprodukte bedenkliche Mengen an Glycidol aufnehmen. Trotzdem sollen Mütter, die nicht stillen, weiterhin zu herkömmlicher Säuglingsmilchnahrung greifen; da es keine Alternative für nicht gestillte Säuglinge gibt.

Die Hersteller von Säuglingsnahrung brauchen Palmöl, um das Fettsäuremuster ihrer Produkte an die Zusammensetzung der Muttermilch anzupassen. “Wir wissen jetzt, dass Glycidester entstehen können, wir wollen das nicht und wir tun etwas dagegen”, sagt Stefan STOHL, Pressesprecher von Milupa. Zurzeit laufen bereits mehrere Forschungsprojekte zur Reduktion von 3-MPCD-Estern und zum Abbau im Körper. Im Rahmen dieser Projekte soll jetzt auch die neue Substanz unter die Lupe genommen werden.

Laut BfR können Glycidol-Fettsäureester prinzipiell in allen Lebensmitteln enthalten sein, die raffinierte pflanzliche Fette und Öle enthalten. Da die höchsten Gehalte bisher in raffiniertem Palmöl gemessen wurden, ist anzunehmen, dass Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Palmöl auch die höchsten Gehalte an Glycidol-Fettsäureestern aufweisen. Weitere Informationen unter: www.bfr.bund.de, Suchwort “Glycidol”. Quelle: aid (18.05.09)

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Veröffentlicht: 18.05.2009

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