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  • Nobelpreis für Medizin 2004


Den Nobelpreis für Medizin erhalten in diesem Jahr die Amerikaner Richard Axel und Linda Buck. Dies gab das schwedische Karolinska-Institut Anfang der Woche bekannt. Die beiden Biochemiker haben zu Beginn der 90er Jahre die biologischen Grundlagen entdeckt, die es Mensch und Tier ermöglichen, eine riesige Fülle unterschiedlicher Gerüche wahrzunehmen.

Im Mittelpunkt der Arbeit von Axel und Buck stand die Identifizierung einer Genfamilie mit mehr als 1 000 verschiedenen Genen, die Informationen für die so genannten olfaktorischen Rezeptoren enthalten. Bei Mäusen sind alle 1 000 dieser Gene aktiv, beim Menschen etwa 350. Jedes aktive Gen kodiert dabei ein bestimmtes Rezeptormolekül, das sich von allen anderen Geruchsrezeptoren unterscheidet. Diese Detektormoleküle befinden sich in den olfaktorischen Sinneszellen im Riechepithel, einem im oberen Bereich der Nase gelegenen Teil der Nasenschleimhaut. In jeder dieser Zellen ist nur eine einzige der Genvarianten aktiv, so dass auf der Oberfläche der Zellen nur ein ganz bestimmter Rezeptortyp vorhanden ist.  Dockt nun ein Duftmolekül an einem solchen Rezeptor an, wird ein elektrischer Impuls ausgelöst, der im so genannten Bulbus olfactorius oder Riechkolben verarbeitet wird. Jeder Rezeptor reagiert dabei auf mehrere Duftstoffe, und umgekehrt aktiviert jeder Duftstoff mehrere Arten von Rezeptoren. Je nach Kombination nimmt das Gehirn dadurch einen ganz neuen Duft wahr. So kann der Mensch mit nur 350 aktiven Genen beispielsweise etwa 10 000 verschiedene Düfte unterscheiden.  Seit ihrer gemeinsamen Arbeit, die 1991 veröffentlicht wurde, forschten Buck und Axel unabhängig voneinander weiter an der Aufklärung der Wahrnehmung und Verarbeitung von Gerüchen. Der Schwerpunkt der Arbeit von Linda Buck (57 Jahre), die heute am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle forscht, liegt in der Wahrnehmung von Gerüchen und Pheromonen. Ihr Kollege Richard Axel (58 Jahre) ist Professor für Biochemie am Howard Hughes Medical Institute der Columbia University in New York und beschäftigt sich mit der Verarbeitung der Geruchsinformationen im Gehirn. Jeder der beiden Preisträger erhält die Hälfte des Preisgeldes von umgerechnet etwa 1,1 Mio. Euro. Die feierliche Verleihung der Auszeichnung findet am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel, statt. (08.10.04)

 

 





Den Nobelpreis für Medizin erhalten in diesem Jahr die Amerikaner Richard Axel und Linda Buck. Dies gab das schwedische Karolinska-Institut Anfang der Woche bekannt. Die beiden Biochemiker haben zu Beginn der 90er Jahre die biologischen Grundlagen entdeckt, die es Mensch und Tier ermöglichen, eine riesige Fülle unterschiedlicher Gerüche wahrzunehmen.

Im Mittelpunkt der Arbeit von Axel und Buck stand die Identifizierung einer Genfamilie mit mehr als 1 000 verschiedenen Genen, die Informationen für die so genannten olfaktorischen Rezeptoren enthalten. Bei Mäusen sind alle 1 000 dieser Gene aktiv, beim Menschen etwa 350. Jedes aktive Gen kodiert dabei ein bestimmtes Rezeptormolekül, das sich von allen anderen Geruchsrezeptoren unterscheidet. Diese Detektormoleküle befinden sich in den olfaktorischen Sinneszellen im Riechepithel, einem im oberen Bereich der Nase gelegenen Teil der Nasenschleimhaut. In jeder dieser Zellen ist nur eine einzige der Genvarianten aktiv, so dass auf der Oberfläche der Zellen nur ein ganz bestimmter Rezeptortyp vorhanden ist.  Dockt nun ein Duftmolekül an einem solchen Rezeptor an, wird ein elektrischer Impuls ausgelöst, der im so genannten Bulbus olfactorius oder Riechkolben verarbeitet wird. Jeder Rezeptor reagiert dabei auf mehrere Duftstoffe, und umgekehrt aktiviert jeder Duftstoff mehrere Arten von Rezeptoren. Je nach Kombination nimmt das Gehirn dadurch einen ganz neuen Duft wahr. So kann der Mensch mit nur 350 aktiven Genen beispielsweise etwa 10 000 verschiedene Düfte unterscheiden.  Seit ihrer gemeinsamen Arbeit, die 1991 veröffentlicht wurde, forschten Buck und Axel unabhängig voneinander weiter an der Aufklärung der Wahrnehmung und Verarbeitung von Gerüchen. Der Schwerpunkt der Arbeit von Linda Buck (57 Jahre), die heute am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle forscht, liegt in der Wahrnehmung von Gerüchen und Pheromonen. Ihr Kollege Richard Axel (58 Jahre) ist Professor für Biochemie am Howard Hughes Medical Institute der Columbia University in New York und beschäftigt sich mit der Verarbeitung der Geruchsinformationen im Gehirn. Jeder der beiden Preisträger erhält die Hälfte des Preisgeldes von umgerechnet etwa 1,1 Mio. Euro. Die feierliche Verleihung der Auszeichnung findet am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel, statt. (08.10.04)

 

 



Nobelpreis für Medizin 2004

Den Nobelpreis für Medizin erhalten in diesem Jahr die Amerikaner Richard Axel und Linda Buck. Dies gab das schwedische Karolinska-Institut Anfang der Woche bekannt. Die beiden Biochemiker haben zu Beginn der …

Den Nobelpreis für Medizin erhalten in diesem Jahr die Amerikaner Richard Axel und Linda Buck. Dies gab das schwedische Karolinska-Institut Anfang der Woche bekannt. Die beiden Biochemiker haben zu Beginn der 90er Jahre die biologischen Grundlagen entdeckt, die es Mensch und Tier ermöglichen, eine riesige Fülle unterschiedlicher Gerüche wahrzunehmen.

Im Mittelpunkt der Arbeit von Axel und Buck stand die Identifizierung einer Genfamilie mit mehr als 1 000 verschiedenen Genen, die Informationen für die so genannten olfaktorischen Rezeptoren enthalten. Bei Mäusen sind alle 1 000 dieser Gene aktiv, beim Menschen etwa 350. Jedes aktive Gen kodiert dabei ein bestimmtes Rezeptormolekül, das sich von allen anderen Geruchsrezeptoren unterscheidet. Diese Detektormoleküle befinden sich in den olfaktorischen Sinneszellen im Riechepithel, einem im oberen Bereich der Nase gelegenen Teil der Nasenschleimhaut. In jeder dieser Zellen ist nur eine einzige der Genvarianten aktiv, so dass auf der Oberfläche der Zellen nur ein ganz bestimmter Rezeptortyp vorhanden ist.  Dockt nun ein Duftmolekül an einem solchen Rezeptor an, wird ein elektrischer Impuls ausgelöst, der im so genannten Bulbus olfactorius oder Riechkolben verarbeitet wird. Jeder Rezeptor reagiert dabei auf mehrere Duftstoffe, und umgekehrt aktiviert jeder Duftstoff mehrere Arten von Rezeptoren. Je nach Kombination nimmt das Gehirn dadurch einen ganz neuen Duft wahr. So kann der Mensch mit nur 350 aktiven Genen beispielsweise etwa 10 000 verschiedene Düfte unterscheiden.  Seit ihrer gemeinsamen Arbeit, die 1991 veröffentlicht wurde, forschten Buck und Axel unabhängig voneinander weiter an der Aufklärung der Wahrnehmung und Verarbeitung von Gerüchen. Der Schwerpunkt der Arbeit von Linda Buck (57 Jahre), die heute am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle forscht, liegt in der Wahrnehmung von Gerüchen und Pheromonen. Ihr Kollege Richard Axel (58 Jahre) ist Professor für Biochemie am Howard Hughes Medical Institute der Columbia University in New York und beschäftigt sich mit der Verarbeitung der Geruchsinformationen im Gehirn. Jeder der beiden Preisträger erhält die Hälfte des Preisgeldes von umgerechnet etwa 1,1 Mio. Euro. Die feierliche Verleihung der Auszeichnung findet am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel, statt. (08.10.04)

 

 

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Veröffentlicht: 08.10.2004

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