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  • Obst- und Gemüsekonsum: Viele Kampagnen nicht effektiv genug


Initiativen für mehr Obst- und Gemüsekonsum in der Bevölkerung verzeichnen weltweit lediglich geringe bis mäßige Erfolge. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Sydney in einer kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit. Die Autoren analysierten, dass die Menschen trotz kostspieliger Kampagnen nicht genug Obst und Gemüse verzehren und geben Empfehlungen für effektivere Marketingmaßnahmen.

Regelmäßiger Obst- und Gemüseverzehr verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas und Krebs. Trotzdem nehmen die meisten Menschen weitaus weniger Früchte und Gemüse zu sich, als die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 400 Gramm pro Tag. Um dies zu ändern, haben Regierungen und Behörden rund um den Globus – oft in Zusammenarbeit mit der Industrie und Non-Profit-Organisationen – Aufklärungskampagnen gestartet. Sie sollen den Verbrauch von Obst und Gemüse nachhaltig erhöhen. In Deutschland übernimmt dies etwa die Kampagne „5 am Tag“, die aus Fördermitteln der Europäischen Union finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) unterstützt wird.

Auch wenn die Kampagnen darauf abzielen, die Sensibilität der Verbraucher für das Thema Obst und Gemüse zu erhöhen, sind sie laut der Forscher aufgrund ihrer unterschiedlichen Methoden schwer zu vergleichen. So fördern das dänische „6 A Day“- und das britische „Food Dudes“-Programm eine höheren Konsum, während z.B. die australische „Go for 2&5“-Kampagne stärker das Bewusstsein für mehr Obst und Gemüse schärft.

Wichtige Einflussfaktoren auf den Obst-und Gemüsekonsum

Die Forscher unterscheiden zwischen drei Kategorien von Einflussfaktoren: produktionsbezogene, verteilungsbezogene und verbraucherbezogene Faktoren. Preis, Saisonalität, Nährstoffgehalt, Herkunft und Qualität seien entscheidende Faktoren in der Lebensmittelerzeugung. Verfügbarkeit und Vielfalt dagegen sind wichtige Aspekte im Vertrieb von Lebensmitteln und wie diese den Verbraucher erreichen. Zusätzlich führt die Arbeit Faktoren wie Einkommen, Bildung, Geschlecht, Kultur u.ä. als Einflussfaktoren auf den Obst-und Gemüseverbrauch auf.

Um künftige Kampagnen erfolgreicher zu gestalten, empfehlen die Autoren die genannten Faktoren stärker zu berücksichtigen. Außerdem sollten die Verbraucher verständliche Informationen erhalten und über raffinierte Strategien wie die Platzierung von Obst und Gemüse im Supermarkt oder praktische Verpackungen animiert werden, sich gesund zu ernähren (so genanntes „nudging“, vgl. ERNÄHRUNGS UMSCHAU 04/14 auf Seite M186 und online hier).

Insgesamt schließen die Forscher aus ihren Recherchen, dass ganzheitliche Ansätze besonders effektiv sind. Hier kann insbesondere die Zusammenarbeit von Industrie, Handel, Regierungen und Organisationen den Erfolg künftiger Kampagnen erhöhen. Vor allem seien Langzeit-Kampagnen erfolgreich, die verständliche Informationen über verschiedene Kanäle an die Bevölkerung kommunizieren und die die ganze Familie einbeziehen. Die Forscher schlagen außerdem vor, besonders betroffene Bevölkerungsgruppen z.B. über Steuersenkungen und Subventionen zu unterstützen und den Konsum somit zu erhöhen. Abschließend gibt die Übersichtsarbeit die Empfehlung, das Augenmerk auf den Verbrauch und nicht auf die Portionsgröße zu legen, sowie Obst und Gemüse getrennt voneinander zu behandeln. Weitere Forschung sei jedoch notwendig, um neue und wirksame Ansätze zu entwickeln, die das Verhalten der Konsument nachhaltig verändert.

Link zum Originaldokument

Link zur EUFIC-Pressemitteilung

www.eufic.org

Bildquelle: © Thinkstock / iSailorr



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Initiativen für mehr Obst- und Gemüsekonsum in der Bevölkerung verzeichnen weltweit lediglich geringe bis mäßige Erfolge. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Sydney in einer kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit. Die Autoren analysierten, dass die Menschen trotz kostspieliger Kampagnen nicht genug Obst und Gemüse verzehren und geben Empfehlungen für effektivere Marketingmaßnahmen.

Regelmäßiger Obst- und Gemüseverzehr verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas und Krebs. Trotzdem nehmen die meisten Menschen weitaus weniger Früchte und Gemüse zu sich, als die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 400 Gramm pro Tag. Um dies zu ändern, haben Regierungen und Behörden rund um den Globus – oft in Zusammenarbeit mit der Industrie und Non-Profit-Organisationen – Aufklärungskampagnen gestartet. Sie sollen den Verbrauch von Obst und Gemüse nachhaltig erhöhen. In Deutschland übernimmt dies etwa die Kampagne „5 am Tag“, die aus Fördermitteln der Europäischen Union finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) unterstützt wird.

Auch wenn die Kampagnen darauf abzielen, die Sensibilität der Verbraucher für das Thema Obst und Gemüse zu erhöhen, sind sie laut der Forscher aufgrund ihrer unterschiedlichen Methoden schwer zu vergleichen. So fördern das dänische „6 A Day“- und das britische „Food Dudes“-Programm eine höheren Konsum, während z.B. die australische „Go for 2&5“-Kampagne stärker das Bewusstsein für mehr Obst und Gemüse schärft.

Wichtige Einflussfaktoren auf den Obst-und Gemüsekonsum

Die Forscher unterscheiden zwischen drei Kategorien von Einflussfaktoren: produktionsbezogene, verteilungsbezogene und verbraucherbezogene Faktoren. Preis, Saisonalität, Nährstoffgehalt, Herkunft und Qualität seien entscheidende Faktoren in der Lebensmittelerzeugung. Verfügbarkeit und Vielfalt dagegen sind wichtige Aspekte im Vertrieb von Lebensmitteln und wie diese den Verbraucher erreichen. Zusätzlich führt die Arbeit Faktoren wie Einkommen, Bildung, Geschlecht, Kultur u.ä. als Einflussfaktoren auf den Obst-und Gemüseverbrauch auf.

Um künftige Kampagnen erfolgreicher zu gestalten, empfehlen die Autoren die genannten Faktoren stärker zu berücksichtigen. Außerdem sollten die Verbraucher verständliche Informationen erhalten und über raffinierte Strategien wie die Platzierung von Obst und Gemüse im Supermarkt oder praktische Verpackungen animiert werden, sich gesund zu ernähren (so genanntes „nudging“, vgl. ERNÄHRUNGS UMSCHAU 04/14 auf Seite M186 und online hier).

Insgesamt schließen die Forscher aus ihren Recherchen, dass ganzheitliche Ansätze besonders effektiv sind. Hier kann insbesondere die Zusammenarbeit von Industrie, Handel, Regierungen und Organisationen den Erfolg künftiger Kampagnen erhöhen. Vor allem seien Langzeit-Kampagnen erfolgreich, die verständliche Informationen über verschiedene Kanäle an die Bevölkerung kommunizieren und die die ganze Familie einbeziehen. Die Forscher schlagen außerdem vor, besonders betroffene Bevölkerungsgruppen z.B. über Steuersenkungen und Subventionen zu unterstützen und den Konsum somit zu erhöhen. Abschließend gibt die Übersichtsarbeit die Empfehlung, das Augenmerk auf den Verbrauch und nicht auf die Portionsgröße zu legen, sowie Obst und Gemüse getrennt voneinander zu behandeln. Weitere Forschung sei jedoch notwendig, um neue und wirksame Ansätze zu entwickeln, die das Verhalten der Konsument nachhaltig verändert.

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Bildquelle: © Thinkstock / iSailorr



Obst- und Gemüsekonsum: Viele Kampagnen nicht effektiv genug

Initiativen für mehr Obst- und Gemüsekonsum in der Bevölkerung verzeichnen weltweit lediglich geringe bis mäßige Erfolge. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Sydney in einer kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit. Die …

Initiativen für mehr Obst- und Gemüsekonsum in der Bevölkerung verzeichnen weltweit lediglich geringe bis mäßige Erfolge. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Sydney in einer kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit. Die Autoren analysierten, dass die Menschen trotz kostspieliger Kampagnen nicht genug Obst und Gemüse verzehren und geben Empfehlungen für effektivere Marketingmaßnahmen.

Regelmäßiger Obst- und Gemüseverzehr verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas und Krebs. Trotzdem nehmen die meisten Menschen weitaus weniger Früchte und Gemüse zu sich, als die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 400 Gramm pro Tag. Um dies zu ändern, haben Regierungen und Behörden rund um den Globus – oft in Zusammenarbeit mit der Industrie und Non-Profit-Organisationen – Aufklärungskampagnen gestartet. Sie sollen den Verbrauch von Obst und Gemüse nachhaltig erhöhen. In Deutschland übernimmt dies etwa die Kampagne „5 am Tag“, die aus Fördermitteln der Europäischen Union finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) unterstützt wird.

Auch wenn die Kampagnen darauf abzielen, die Sensibilität der Verbraucher für das Thema Obst und Gemüse zu erhöhen, sind sie laut der Forscher aufgrund ihrer unterschiedlichen Methoden schwer zu vergleichen. So fördern das dänische „6 A Day“- und das britische „Food Dudes“-Programm eine höheren Konsum, während z.B. die australische „Go for 2&5“-Kampagne stärker das Bewusstsein für mehr Obst und Gemüse schärft.

Wichtige Einflussfaktoren auf den Obst-und Gemüsekonsum

Die Forscher unterscheiden zwischen drei Kategorien von Einflussfaktoren: produktionsbezogene, verteilungsbezogene und verbraucherbezogene Faktoren. Preis, Saisonalität, Nährstoffgehalt, Herkunft und Qualität seien entscheidende Faktoren in der Lebensmittelerzeugung. Verfügbarkeit und Vielfalt dagegen sind wichtige Aspekte im Vertrieb von Lebensmitteln und wie diese den Verbraucher erreichen. Zusätzlich führt die Arbeit Faktoren wie Einkommen, Bildung, Geschlecht, Kultur u.ä. als Einflussfaktoren auf den Obst-und Gemüseverbrauch auf.

Um künftige Kampagnen erfolgreicher zu gestalten, empfehlen die Autoren die genannten Faktoren stärker zu berücksichtigen. Außerdem sollten die Verbraucher verständliche Informationen erhalten und über raffinierte Strategien wie die Platzierung von Obst und Gemüse im Supermarkt oder praktische Verpackungen animiert werden, sich gesund zu ernähren (so genanntes „nudging“, vgl. ERNÄHRUNGS UMSCHAU 04/14 auf Seite M186 und online hier).

Insgesamt schließen die Forscher aus ihren Recherchen, dass ganzheitliche Ansätze besonders effektiv sind. Hier kann insbesondere die Zusammenarbeit von Industrie, Handel, Regierungen und Organisationen den Erfolg künftiger Kampagnen erhöhen. Vor allem seien Langzeit-Kampagnen erfolgreich, die verständliche Informationen über verschiedene Kanäle an die Bevölkerung kommunizieren und die die ganze Familie einbeziehen. Die Forscher schlagen außerdem vor, besonders betroffene Bevölkerungsgruppen z.B. über Steuersenkungen und Subventionen zu unterstützen und den Konsum somit zu erhöhen. Abschließend gibt die Übersichtsarbeit die Empfehlung, das Augenmerk auf den Verbrauch und nicht auf die Portionsgröße zu legen, sowie Obst und Gemüse getrennt voneinander zu behandeln. Weitere Forschung sei jedoch notwendig, um neue und wirksame Ansätze zu entwickeln, die das Verhalten der Konsument nachhaltig verändert.

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Veröffentlicht: 29.08.2014

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