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  • Optimierte Ernährung senkt Methanemission bei Nutztieren


Wissenschaftler des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN), Rostock, haben jetzt herausgefunden, dass die Methanbildung im Pansen von Nutztieren durch die Zusammensetzung des Futters beeinflusst werden kann. Das Treibhausgas Methan wurde signifikant weniger gebildet, wenn das Futter mit Tanninen angereichert war.

Treibhausgase lassen die Sonnenstrahlen zwar einfallen, verhindern aber die Wärmeabstrahlung von der Erde in den Weltraum. Aktuellen Schätzungen zufolge liegt die globale Methan-Emission bei 535 Megatonnen pro Jahr, der Anteil aus der Tierhaltung wird mit 103 Megatonnen, immerhin 19 Prozent, beziffert. Drei Viertel dieses Anteils gehen dabei auf das Konto von Rindern.

Die Forscher suchen nach Wegen, die Methanemission beim Wiederkäuer zu reduzieren, ohne dass es zu größeren Leistungseinbußen bei den Tieren kommt. Es ist seit langem bekannt, dass Protozoen (Einzeller), die im Pansen die Methanbildung fördern, eine wichtige Rolle beim Nahrungsabbau spielen. Das Wirtstier ist aber nicht unbedingt auf diese Mikroben angewiesen. In Versuchen mit Kälbern, die in den ersten zwei Monaten protozoenfrei aufgezogen wurden, zeigte sich, dass diese bis zu 30 Prozent weniger Methan freisetzen als gleichaltrige Artgenossen, die in der fünften Lebenswoche durch Pansensaftübertragung mit Protozoen "beimpft" wurden. Der Ansatz der Wissenschaftler geht nun dahin, die Protozoenentwicklung im Pansen zu hemmen.

Da es Anhaltspunkte dafür gibt, dass kondensierte Tannine - sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die in vielen Leguminosen vorkommen - die Methanbildung hemmen können, inkubierten die Wissenschaftler Pansensaft von Rindern im Labor mit Hornklee - einer tanninhaltigen Futterleguminose - und mit einem tanninhaltigen Extrakt aus dem Quebracho-Baum (Schinopsis balansae). Außerdem untersuchten sie, wie sich eine Zulage von Quebracho-Tanninen in der Futterration der Pansensaft-Spendertiere auf den mikrobiellen Stoffwechsel auswirkt. Dabei konnten die Forscher erstmals nachweisen, dass Tannine die Methanbildung spezifisch und dosisabhängig hemmen. Die Fütterung des Quebracho-Tanninextraktes führte gleichzeitig zu einer Dezimierung der Protozoen im Pansen. Im aktuellen ForschungsReport 2/2002 berichten die Wissenschaftler über ihre Ergebnisse. Dieser ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten im Geschäftsbereich des Bundesverbraucherministeriums, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig, E-Mail: senat@bba.de. 08.01.03



Wissenschaftler des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN), Rostock, haben jetzt herausgefunden, dass die Methanbildung im Pansen von Nutztieren durch die Zusammensetzung des Futters beeinflusst werden kann. Das Treibhausgas Methan wurde signifikant weniger gebildet, wenn das Futter mit Tanninen angereichert war.

Treibhausgase lassen die Sonnenstrahlen zwar einfallen, verhindern aber die Wärmeabstrahlung von der Erde in den Weltraum. Aktuellen Schätzungen zufolge liegt die globale Methan-Emission bei 535 Megatonnen pro Jahr, der Anteil aus der Tierhaltung wird mit 103 Megatonnen, immerhin 19 Prozent, beziffert. Drei Viertel dieses Anteils gehen dabei auf das Konto von Rindern.

Die Forscher suchen nach Wegen, die Methanemission beim Wiederkäuer zu reduzieren, ohne dass es zu größeren Leistungseinbußen bei den Tieren kommt. Es ist seit langem bekannt, dass Protozoen (Einzeller), die im Pansen die Methanbildung fördern, eine wichtige Rolle beim Nahrungsabbau spielen. Das Wirtstier ist aber nicht unbedingt auf diese Mikroben angewiesen. In Versuchen mit Kälbern, die in den ersten zwei Monaten protozoenfrei aufgezogen wurden, zeigte sich, dass diese bis zu 30 Prozent weniger Methan freisetzen als gleichaltrige Artgenossen, die in der fünften Lebenswoche durch Pansensaftübertragung mit Protozoen "beimpft" wurden. Der Ansatz der Wissenschaftler geht nun dahin, die Protozoenentwicklung im Pansen zu hemmen.

Da es Anhaltspunkte dafür gibt, dass kondensierte Tannine - sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die in vielen Leguminosen vorkommen - die Methanbildung hemmen können, inkubierten die Wissenschaftler Pansensaft von Rindern im Labor mit Hornklee - einer tanninhaltigen Futterleguminose - und mit einem tanninhaltigen Extrakt aus dem Quebracho-Baum (Schinopsis balansae). Außerdem untersuchten sie, wie sich eine Zulage von Quebracho-Tanninen in der Futterration der Pansensaft-Spendertiere auf den mikrobiellen Stoffwechsel auswirkt. Dabei konnten die Forscher erstmals nachweisen, dass Tannine die Methanbildung spezifisch und dosisabhängig hemmen. Die Fütterung des Quebracho-Tanninextraktes führte gleichzeitig zu einer Dezimierung der Protozoen im Pansen. Im aktuellen ForschungsReport 2/2002 berichten die Wissenschaftler über ihre Ergebnisse. Dieser ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten im Geschäftsbereich des Bundesverbraucherministeriums, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig, E-Mail: senat@bba.de. 08.01.03

Optimierte Ernährung senkt Methanemission bei Nutztieren

Wissenschaftler des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN), Rostock, haben jetzt herausgefunden, dass die Methanbildung im Pansen von Nutztieren durch die Zusammensetzung des Futters beeinflusst werden kann. Das Treibhausgas …

Wissenschaftler des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN), Rostock, haben jetzt herausgefunden, dass die Methanbildung im Pansen von Nutztieren durch die Zusammensetzung des Futters beeinflusst werden kann. Das Treibhausgas Methan wurde signifikant weniger gebildet, wenn das Futter mit Tanninen angereichert war.

Treibhausgase lassen die Sonnenstrahlen zwar einfallen, verhindern aber die Wärmeabstrahlung von der Erde in den Weltraum. Aktuellen Schätzungen zufolge liegt die globale Methan-Emission bei 535 Megatonnen pro Jahr, der Anteil aus der Tierhaltung wird mit 103 Megatonnen, immerhin 19 Prozent, beziffert. Drei Viertel dieses Anteils gehen dabei auf das Konto von Rindern.

Die Forscher suchen nach Wegen, die Methanemission beim Wiederkäuer zu reduzieren, ohne dass es zu größeren Leistungseinbußen bei den Tieren kommt. Es ist seit langem bekannt, dass Protozoen (Einzeller), die im Pansen die Methanbildung fördern, eine wichtige Rolle beim Nahrungsabbau spielen. Das Wirtstier ist aber nicht unbedingt auf diese Mikroben angewiesen. In Versuchen mit Kälbern, die in den ersten zwei Monaten protozoenfrei aufgezogen wurden, zeigte sich, dass diese bis zu 30 Prozent weniger Methan freisetzen als gleichaltrige Artgenossen, die in der fünften Lebenswoche durch Pansensaftübertragung mit Protozoen “beimpft” wurden. Der Ansatz der Wissenschaftler geht nun dahin, die Protozoenentwicklung im Pansen zu hemmen.

Da es Anhaltspunkte dafür gibt, dass kondensierte Tannine – sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die in vielen Leguminosen vorkommen – die Methanbildung hemmen können, inkubierten die Wissenschaftler Pansensaft von Rindern im Labor mit Hornklee – einer tanninhaltigen Futterleguminose – und mit einem tanninhaltigen Extrakt aus dem Quebracho-Baum (Schinopsis balansae). Außerdem untersuchten sie, wie sich eine Zulage von Quebracho-Tanninen in der Futterration der Pansensaft-Spendertiere auf den mikrobiellen Stoffwechsel auswirkt. Dabei konnten die Forscher erstmals nachweisen, dass Tannine die Methanbildung spezifisch und dosisabhängig hemmen. Die Fütterung des Quebracho-Tanninextraktes führte gleichzeitig zu einer Dezimierung der Protozoen im Pansen. Im aktuellen ForschungsReport 2/2002 berichten die Wissenschaftler über ihre Ergebnisse. Dieser ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten im Geschäftsbereich des Bundesverbraucherministeriums, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig, E-Mail: senat@bba.de. 08.01.03

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Veröffentlicht: 08.01.2003

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