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  • Qualitätssysteme in der Lebensmittelbranche


Klasse statt Masse! Dies fordern Verbraucherschützer, wenn es um die Qualität von Lebensmitteln geht. Was die Qualitätsoffensive in der Lebensmittelbranche bisher ergeben hat, diskutierten Experten auf dem 1. foodcert.forum des TÜV Süddeutschland und der Vitacert GmbH in München.

Der Vorstandsvorsitzende des TÜV Süddeutschland, Dr. Peter Hupfer, verwies auf die logische Verbindung zwischen dem TÜV und der Produktprüfung von Wurst, Fleisch und anderen Lebensmitteln. Mit dem neutralen Prüfhaus Vitacert setze der TÜV sein Ziel, Qualität zu managen und Risiken zu beherrschen, konsequent in der Futtermittel- und Lebensmittelbranche um.

Neue Qualitätsstandards der Lebensmittelbranche stellte Rudolf Festag, EGO Holding GmbH & Co KG, Georgsmarienhütte, vor. Durch eine vollständig integrierte, "geschlossene" Produktionskette kann heute Qualität aus einer Hand geboten werden. Dr. Kristian Möller, FoodPlus GmbH, EUREPGAP Köln, sah den landwirtschaftlichen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung in bezahlbaren, nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Er appellierte an alle Mitglieder in der Lebensmittelkette, noch besser zu kooperieren. Anders könnten die verschiedenen Wünsche europäischer Konsumenten nicht erfüllt werden.

Die Sicherheit der tierischen Lebensmittel steht und fällt mit der Qualität der Futtermittel. Dr. Jürgen Hittel, Muskator-Werke GmbH Düsseldorf, beschrieb die Anforderungen der Qualität und Sicherheit GmbH an die Futtermittelproduktion. Mit Blick auf die künftigen Herausforderungen forderte er, dass der Informationsaustausch zwischen Wirtschaft und Gesetzgebung erheblich verbessert werden muss. Unter dem Slogan Feed for Food stellte Johan den Hartog, Marktverband Tierfutter Gravenhage NL, den Qualitätsstandard GMP+ vor. Dieser überträgt u. a. den HACCP-Standard auf die Futtermittelbranche.

Noch nie waren die Lebensmittel so sicher wie heute. Aber noch nie waren sie so sehr in Frage gestellt. Prof. Thomas Blaha, Tierärztliche Hochschule Hannover, begründete dies damit, dass Sicherheitssysteme Produktionsstufen vor der Schlachtung bisher nicht ausreichend berücksichtigt haben. In naher Zukunft seien jedoch stufenübergreifende Qualitätsmanagementsysteme von der landwirtschaftlichen Primärproduktion bis hin zur Ladentheke eine Grundvoraussetzung, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dr. Jochen Zoller, Vitacert GmbH, beantwortete den Ruf nach mehr Kontrolle mit den Prüfzeichen "Lebensmittel TÜV geprüft" bzw. "Futtermittel TÜV geprüft". Sie werden für tatsächliche, über den gesetzlichen Standard hinausgehende Transparenz im Lebensmittel- bzw. Futtermittelsektor verliehen und sind auf hochqualitative Markenprodukte ausgelegt. So sei es den Zeichenträgern möglich, "durch mehr Sicherheit und Transparenz auch Zukunft im Lebensmittelsektor zu generieren".

Wie Verbraucher die Qualitätsbemühungen einschätzen und die Risiken in der Ernährung bewerten, beantworteten Prof. Hannelore Daniel, Technische Universität München und Prof. Ingrid-Ute Leonhäuser, Professorin für Ernährungsberatung und Verbraucherverhalten an der Justus Liebig Universität Gießen. Die Verbraucher, so Daniel, schätzen die Risiken falsch ein. Das größte Risiko sei nicht die Qualität der Lebensmittel sondern die energetische Überversorgung der Bevölkerung. Leonhäuser betonte, dass die Lebensmittelqualität in der Öffentlichkeit sehr unterschiedlich wahrgenommen werde. Viele Verbraucher könnten jedoch gegenwärtig nicht ermessen, welche Sicherheit ihnen die verschiedenen Produkt- und Vermarktungsstandards tatsächlich bringen. Sie zitierte Untersuchungsergebnisse, die zeigen, dass Verbraucher Kaufentscheidungen für Fleisch nicht ausschließlich nach dem Preis treffen. Einer aktuellen Studie zufolge benennen nur 3 % der Verbraucher den Preis als Auswahlkriterium. "Sicherheit" wird hingegen von 36 % und "Geschmack" von 30 % der befragten Verbraucher benannt. Leonhäuser forderte zudem einen besseren Dialog zwischen Produzenten von Lebensmitteln und den Verbrauchern.

Der Ausblick von Dr. Susanne Gerbl-Rieger, Vitacert GmbH, eröffnete neue Forschungs- und Entwicklungsansätze für die Lebensmittel- und Futtermittelbranche. Die Forderung nach zusätzlichen Netzwerken und Datenbanken zum Informationsaustausch über aktuelle Daten der Lebensmittelqualität innerhalb definierter Warenströme sei künftig besonders wichtig. Auch der Austausch und Abgleich von privatwirtschaftlichen Untersuchungsergebnissen und amtlich erhobenen Monitorings biete erhebliche Verbesserungspotenziale. Gerbl-Rieger ermutigte die Anwesenden zum Aufbau eines ehrlichen Kommunikationsleitbildes, das emotionale Imagekomponenten wie Geschmack und Genuss gleichberechtigt neben verbrauchergerecht aufgearbeitete Sachinformation stellt. 07.03.03



Klasse statt Masse! Dies fordern Verbraucherschützer, wenn es um die Qualität von Lebensmitteln geht. Was die Qualitätsoffensive in der Lebensmittelbranche bisher ergeben hat, diskutierten Experten auf dem 1. foodcert.forum des TÜV Süddeutschland und der Vitacert GmbH in München.

Der Vorstandsvorsitzende des TÜV Süddeutschland, Dr. Peter Hupfer, verwies auf die logische Verbindung zwischen dem TÜV und der Produktprüfung von Wurst, Fleisch und anderen Lebensmitteln. Mit dem neutralen Prüfhaus Vitacert setze der TÜV sein Ziel, Qualität zu managen und Risiken zu beherrschen, konsequent in der Futtermittel- und Lebensmittelbranche um.

Neue Qualitätsstandards der Lebensmittelbranche stellte Rudolf Festag, EGO Holding GmbH & Co KG, Georgsmarienhütte, vor. Durch eine vollständig integrierte, "geschlossene" Produktionskette kann heute Qualität aus einer Hand geboten werden. Dr. Kristian Möller, FoodPlus GmbH, EUREPGAP Köln, sah den landwirtschaftlichen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung in bezahlbaren, nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Er appellierte an alle Mitglieder in der Lebensmittelkette, noch besser zu kooperieren. Anders könnten die verschiedenen Wünsche europäischer Konsumenten nicht erfüllt werden.

Die Sicherheit der tierischen Lebensmittel steht und fällt mit der Qualität der Futtermittel. Dr. Jürgen Hittel, Muskator-Werke GmbH Düsseldorf, beschrieb die Anforderungen der Qualität und Sicherheit GmbH an die Futtermittelproduktion. Mit Blick auf die künftigen Herausforderungen forderte er, dass der Informationsaustausch zwischen Wirtschaft und Gesetzgebung erheblich verbessert werden muss. Unter dem Slogan Feed for Food stellte Johan den Hartog, Marktverband Tierfutter Gravenhage NL, den Qualitätsstandard GMP+ vor. Dieser überträgt u. a. den HACCP-Standard auf die Futtermittelbranche.

Noch nie waren die Lebensmittel so sicher wie heute. Aber noch nie waren sie so sehr in Frage gestellt. Prof. Thomas Blaha, Tierärztliche Hochschule Hannover, begründete dies damit, dass Sicherheitssysteme Produktionsstufen vor der Schlachtung bisher nicht ausreichend berücksichtigt haben. In naher Zukunft seien jedoch stufenübergreifende Qualitätsmanagementsysteme von der landwirtschaftlichen Primärproduktion bis hin zur Ladentheke eine Grundvoraussetzung, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dr. Jochen Zoller, Vitacert GmbH, beantwortete den Ruf nach mehr Kontrolle mit den Prüfzeichen "Lebensmittel TÜV geprüft" bzw. "Futtermittel TÜV geprüft". Sie werden für tatsächliche, über den gesetzlichen Standard hinausgehende Transparenz im Lebensmittel- bzw. Futtermittelsektor verliehen und sind auf hochqualitative Markenprodukte ausgelegt. So sei es den Zeichenträgern möglich, "durch mehr Sicherheit und Transparenz auch Zukunft im Lebensmittelsektor zu generieren".

Wie Verbraucher die Qualitätsbemühungen einschätzen und die Risiken in der Ernährung bewerten, beantworteten Prof. Hannelore Daniel, Technische Universität München und Prof. Ingrid-Ute Leonhäuser, Professorin für Ernährungsberatung und Verbraucherverhalten an der Justus Liebig Universität Gießen. Die Verbraucher, so Daniel, schätzen die Risiken falsch ein. Das größte Risiko sei nicht die Qualität der Lebensmittel sondern die energetische Überversorgung der Bevölkerung. Leonhäuser betonte, dass die Lebensmittelqualität in der Öffentlichkeit sehr unterschiedlich wahrgenommen werde. Viele Verbraucher könnten jedoch gegenwärtig nicht ermessen, welche Sicherheit ihnen die verschiedenen Produkt- und Vermarktungsstandards tatsächlich bringen. Sie zitierte Untersuchungsergebnisse, die zeigen, dass Verbraucher Kaufentscheidungen für Fleisch nicht ausschließlich nach dem Preis treffen. Einer aktuellen Studie zufolge benennen nur 3 % der Verbraucher den Preis als Auswahlkriterium. "Sicherheit" wird hingegen von 36 % und "Geschmack" von 30 % der befragten Verbraucher benannt. Leonhäuser forderte zudem einen besseren Dialog zwischen Produzenten von Lebensmitteln und den Verbrauchern.

Der Ausblick von Dr. Susanne Gerbl-Rieger, Vitacert GmbH, eröffnete neue Forschungs- und Entwicklungsansätze für die Lebensmittel- und Futtermittelbranche. Die Forderung nach zusätzlichen Netzwerken und Datenbanken zum Informationsaustausch über aktuelle Daten der Lebensmittelqualität innerhalb definierter Warenströme sei künftig besonders wichtig. Auch der Austausch und Abgleich von privatwirtschaftlichen Untersuchungsergebnissen und amtlich erhobenen Monitorings biete erhebliche Verbesserungspotenziale. Gerbl-Rieger ermutigte die Anwesenden zum Aufbau eines ehrlichen Kommunikationsleitbildes, das emotionale Imagekomponenten wie Geschmack und Genuss gleichberechtigt neben verbrauchergerecht aufgearbeitete Sachinformation stellt. 07.03.03

Qualitätssysteme in der Lebensmittelbranche

Klasse statt Masse! Dies fordern Verbraucherschützer, wenn es um die Qualität von Lebensmitteln geht. Was die Qualitätsoffensive in der Lebensmittelbranche bisher ergeben hat, diskutierten Experten auf dem 1. foodcert.forum des …

Klasse statt Masse! Dies fordern Verbraucherschützer, wenn es um die Qualität von Lebensmitteln geht. Was die Qualitätsoffensive in der Lebensmittelbranche bisher ergeben hat, diskutierten Experten auf dem 1. foodcert.forum des TÜV Süddeutschland und der Vitacert GmbH in München.

Der Vorstandsvorsitzende des TÜV Süddeutschland, Dr. Peter Hupfer, verwies auf die logische Verbindung zwischen dem TÜV und der Produktprüfung von Wurst, Fleisch und anderen Lebensmitteln. Mit dem neutralen Prüfhaus Vitacert setze der TÜV sein Ziel, Qualität zu managen und Risiken zu beherrschen, konsequent in der Futtermittel- und Lebensmittelbranche um.

Neue Qualitätsstandards der Lebensmittelbranche stellte Rudolf Festag, EGO Holding GmbH & Co KG, Georgsmarienhütte, vor. Durch eine vollständig integrierte, “geschlossene” Produktionskette kann heute Qualität aus einer Hand geboten werden. Dr. Kristian Möller, FoodPlus GmbH, EUREPGAP Köln, sah den landwirtschaftlichen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung in bezahlbaren, nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Er appellierte an alle Mitglieder in der Lebensmittelkette, noch besser zu kooperieren. Anders könnten die verschiedenen Wünsche europäischer Konsumenten nicht erfüllt werden.

Die Sicherheit der tierischen Lebensmittel steht und fällt mit der Qualität der Futtermittel. Dr. Jürgen Hittel, Muskator-Werke GmbH Düsseldorf, beschrieb die Anforderungen der Qualität und Sicherheit GmbH an die Futtermittelproduktion. Mit Blick auf die künftigen Herausforderungen forderte er, dass der Informationsaustausch zwischen Wirtschaft und Gesetzgebung erheblich verbessert werden muss. Unter dem Slogan Feed for Food stellte Johan den Hartog, Marktverband Tierfutter Gravenhage NL, den Qualitätsstandard GMP+ vor. Dieser überträgt u. a. den HACCP-Standard auf die Futtermittelbranche.

Noch nie waren die Lebensmittel so sicher wie heute. Aber noch nie waren sie so sehr in Frage gestellt. Prof. Thomas Blaha, Tierärztliche Hochschule Hannover, begründete dies damit, dass Sicherheitssysteme Produktionsstufen vor der Schlachtung bisher nicht ausreichend berücksichtigt haben. In naher Zukunft seien jedoch stufenübergreifende Qualitätsmanagementsysteme von der landwirtschaftlichen Primärproduktion bis hin zur Ladentheke eine Grundvoraussetzung, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dr. Jochen Zoller, Vitacert GmbH, beantwortete den Ruf nach mehr Kontrolle mit den Prüfzeichen “Lebensmittel TÜV geprüft” bzw. “Futtermittel TÜV geprüft”. Sie werden für tatsächliche, über den gesetzlichen Standard hinausgehende Transparenz im Lebensmittel- bzw. Futtermittelsektor verliehen und sind auf hochqualitative Markenprodukte ausgelegt. So sei es den Zeichenträgern möglich, “durch mehr Sicherheit und Transparenz auch Zukunft im Lebensmittelsektor zu generieren”.

Wie Verbraucher die Qualitätsbemühungen einschätzen und die Risiken in der Ernährung bewerten, beantworteten Prof. Hannelore Daniel, Technische Universität München und Prof. Ingrid-Ute Leonhäuser, Professorin für Ernährungsberatung und Verbraucherverhalten an der Justus Liebig Universität Gießen. Die Verbraucher, so Daniel, schätzen die Risiken falsch ein. Das größte Risiko sei nicht die Qualität der Lebensmittel sondern die energetische Überversorgung der Bevölkerung. Leonhäuser betonte, dass die Lebensmittelqualität in der Öffentlichkeit sehr unterschiedlich wahrgenommen werde. Viele Verbraucher könnten jedoch gegenwärtig nicht ermessen, welche Sicherheit ihnen die verschiedenen Produkt- und Vermarktungsstandards tatsächlich bringen. Sie zitierte Untersuchungsergebnisse, die zeigen, dass Verbraucher Kaufentscheidungen für Fleisch nicht ausschließlich nach dem Preis treffen. Einer aktuellen Studie zufolge benennen nur 3 % der Verbraucher den Preis als Auswahlkriterium. “Sicherheit” wird hingegen von 36 % und “Geschmack” von 30 % der befragten Verbraucher benannt. Leonhäuser forderte zudem einen besseren Dialog zwischen Produzenten von Lebensmitteln und den Verbrauchern.

Der Ausblick von Dr. Susanne Gerbl-Rieger, Vitacert GmbH, eröffnete neue Forschungs- und Entwicklungsansätze für die Lebensmittel- und Futtermittelbranche. Die Forderung nach zusätzlichen Netzwerken und Datenbanken zum Informationsaustausch über aktuelle Daten der Lebensmittelqualität innerhalb definierter Warenströme sei künftig besonders wichtig. Auch der Austausch und Abgleich von privatwirtschaftlichen Untersuchungsergebnissen und amtlich erhobenen Monitorings biete erhebliche Verbesserungspotenziale. Gerbl-Rieger ermutigte die Anwesenden zum Aufbau eines ehrlichen Kommunikationsleitbildes, das emotionale Imagekomponenten wie Geschmack und Genuss gleichberechtigt neben verbrauchergerecht aufgearbeitete Sachinformation stellt. 07.03.03

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Veröffentlicht: 07.03.2003

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