Schluckstörungen unterschiedlicher Ausprägung können bei Menschen aller Altersgruppen auftreten und verschiedene Ursachen haben, darunter neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall oder Demenz, onkologische Erkrankungen sowie angeborene Behinderungen. Bei Patient*innen mit Dysphagie sind häufig mehrere der Schluckphasen betroffen, wobei die einzelnen Phasen unterschiedlich stark beeinträchtigt sein können.
Schluckstörungen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und schwerwiegende bis hin zu lebensbedrohlichen Folgen haben. Die Aspirationsgefahr sowie eine infolge der erschwerten Nahrungsaufnahme häufig auftretende Fehl- oder Mangelernährung mit ihren weiteren gesundheitlichen Folgen spielen insbesondere bei schwerkranken und bettlägerigen Menschen mit Dysphagie eine wichtige Rolle.
Abhängig von der individuellen gesundheitlichen Situation und Pflegebedürftigkeit benötigen betroffene Menschen eine logopädische Behandlung, pflegerische Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und ernährungstherapeutische Maßnahmen. Ziel ist eine möglichst sichere orale Nahrungsaufnahme, die Reduktion des Aspirationsrisikos und der Erhalt der Lebensqualität. Welche Maßnahmen mit welcher Zielsetzung und inhaltlichen Schwerpunktsetzung zum Einsatz kommen, richtet sich nach der individuellen Symptomatik der betroffenen Person.
Gezielte und professionelle Interventionen haben in der Versorgung von Menschen mit Dysphagie eine zentrale Bedeutung. Um Folgeerscheinungen wie Aspirationspneumonie, Mangelernährung oder eine Exsikkose zu vermeiden, müssen frühzeitig geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Eine fachgerechte Versorgung erfordert dabei eine multiprofessionelle Zusammenarbeit.
Zitierweise:
Weinert M: Dysphagie. Ursachen, Folgen und ernährungstherapeutische Maßnahmen bei Schluckstörungen. Ernährungs Umschau 2026; 73(8): e46–55. DOI: 10.4455/eu2026.038
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