Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das der Mensch mit der Nahrung zuführen muss. Es ist außerdem ein chemisches Element, welches in organischen sowie anorganischen Verbindungen in mehreren Oxidationsstufen auftritt. Selen ist in Lebensmitteln zumeist organisch an Aminosäuren gebunden, insbesondere als Selenomethionin (SeMet) und Selenocystein (SeCys). Daher weisen proteinreiche Lebensmittel meist höhere Selengehalte auf. Der Selengehalt in Lebensmitteln ist abhängig von den Produktionsbedingungen und kann insbesondere bei pflanzlichen Produkten regional variieren, v. a. in Abhängigkeit vom (pflanzenverfügbaren) Bodenselen und dem Einsatz selenhaltiger Düngemittel.
Hohe Selengehalte finden sich v. a. in Innereien und bestimmten Fischarten, gefolgt von Muskelfleisch, Eiern und Käse. In tierischen Lebensmitteln ist der Selengehalt vom Tierfutter abhängig, das in vielen Ländern gezielt mit Selen angereichert werden darf.
Selen wird vorwiegend im Duodenum absorbiert; je nach chemischer Form sind unterschiedliche Transportmechanismen beteiligt. Der Körper verfügt über eine Gesamtmenge von ca. 5–20 mg, wobei rund 30–50 % in der Skelettmuskulatur lokalisiert sind. Hohe Konzentrationen finden sich zudem in der Schilddrüse und den Hoden. Selen ist als integraler Bestandteil von Selenoproteinen, u. a. an der antioxidativen Abwehr, an Immunfunktionen, am Schilddrüsenstoffwechsel, an der Redoxregulation und an der männlichen Fertilität beteiligt.
Der tägliche Selenbedarf ist nicht eindeutig definiert. Der Schätzwert für eine angemessene tägliche Zufuhr (aus allen Quellen) beträgt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)1 µg/kg Körpergewicht.
Eine unzureichende Selenversorgung kann die Expression und Funktion selenabhängiger Proteine beeinträchtigen und dadurch gesundheitliche Risiken erhöhen, darunter u. a. eine erhöhte Infektanfälligkeit, Leberschädigungen und eine erhöhte Mortalität.
Besonders in Europa liegt die Versorgung häufig unter den Referenzwerten. Ein klinisch relevanter Mangel ist jedoch selten und betrifft v. a. Risikogruppen.
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