Das an der Universitätsmedizin Göttingen entwickelte vorklinische Lehrangebot mit Fokus auf Prävention und planetare Gesundheit basiert auf den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und verbindet Theorie mit praxisnahen Elementen.
Hintergrund ist ein wachsender Bedarf: Ungesunde Ernährung zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für chronische Erkrankungen. Gleichzeitig wird der Einfluss von Ernährung auf zahlreiche Erkrankungsbilder im Medizinstudium bislang oft unzureichend vermittelt.
Eine Evaluation mit 36 Medizinstudierenden, die erfolgreich an dem Culinary-Medicine-Wahlfach teilgenommen hatten, zeigte einen signifikanten Anstieg der selbsteingeschätzten präventiv wirksamen Beratungskompetenzen. Auch die Bereitschaft, sich künftig in der Ernährungsmedizin weiterzubilden, nahm deutlich zu. Besonders wirkungsvoll erwiesen sich praxisorientierte Lehrmethoden – etwa das Kochen in der Lehrküche und interaktive Gruppenarbeiten.
Zudem unterstreicht die Studie die Bedeutung interprofessioneller Zusammenarbeit: Die Teilnehmenden bewerteten die Kooperation mit Ernährungsfachkräften als zentral für eine erfolgreiche Patient*innenberatung.
Die Autor*innen sehen in der flächendeckenden Integration solcher Lehrangebote großes Potenzial. Das Konzept könne langfristig dazu beitragen, Prävention zu stärken, ernährungsbedingte Erkrankungen zu reduzieren und gleichzeitig Aspekte der Nachhaltigkeit stärker in die medizinische Praxis zu integrieren.
Langfristig empfehlen die Forschenden, ernährungsmedizinische Inhalte stärker und verbindlich im Medizinstudium zu verankern, um angehende Ärzt*innen besser auf ihre Rolle in der Prävention vorzubereiten und ihre ernährungsmedizinischen Beratungskompetenzen zu stärken.
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