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  • Transgene Tomaten – Biotechnologen entwickelten neue Methode


Gegenüber genveränderten Lebensmitteln gibt es immer noch viele Ängste und Vorurteile.Zu ihnen gehört auch die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des transgenen Erbmaterials über Pollenflug auf verwandte Nutzpflanzen oder Unkräuter. Prof. Dr. Ralph Bock vom Institut für Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen, Universität Münster, entwickelte eine neue Methode, mit der diese Gefahr ausgeschaltet werden kann.

"Wir nutzen statt der DNS in den Zellkernen die in den Chloroplasten", sagt Bock. Diese sei zwar sehr viel begrenzter und liefere nur die Informationen für die Photosynthese, doch dafür trage jede Zelle rund 100 Chloroplasten und diese wiederum je 100 Kopien, während die vollständige Erbinformation im Zellkern nur zweimal vorhanden ist. "Indem wir die DNS in den Chloroplasten manipulieren, können viel höhere Mengen der erwünschten Proteine produziert werden als durch eine Manipulation des Zellkerns. Außerdem schließen wir eine Übertragung aus, denn sie wird nur mütterlich vererbt und kann also nicht über freifliegende Pollen weitergegeben werden", erläutert Bock.

Wie aber gelangt das Erbgut in die Chloroplasten? Dazu werden kleine Goldkügelchen von der Größe eines halben Mikrometers mit dem Genmaterial beschichtet und anschließend auf ein Blatt geschossen. Im Idealfall wird die Fremd-DNS dann von den Chloroplasten aufgenommen. "Schwierig ist es, diese Zellen am Leben zu erhalten, zum Wachsen zu bringen und aus den undifferenzierten Zellen wieder neue Pflanzen zu ziehen", so Bock. Mit Tomatenpflanzen ist der Gruppe aus Münster, Freiburg und Sao Paulo nun gelungen, diese Technik auf essbare Pflanzen zu übertragen. Bock rechnet in vier bis fünf Jahren mit ersten erfolgreichen Anwendungen für den Markt. So sollen die Früchte dann beispielsweise Impfstoffe produzieren. Dass sich bei transgenen Pflanzen für den Menschen störende Nebenwirkungen einschleichen könnten, befürchtet Bock nicht: "Wenn das Gen in der Pflanze nicht richtig funktioniert, kann es höchstens passieren, dass die Pflanze schlecht wächst".



Gegenüber genveränderten Lebensmitteln gibt es immer noch viele Ängste und Vorurteile.Zu ihnen gehört auch die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des transgenen Erbmaterials über Pollenflug auf verwandte Nutzpflanzen oder Unkräuter. Prof. Dr. Ralph Bock vom Institut für Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen, Universität Münster, entwickelte eine neue Methode, mit der diese Gefahr ausgeschaltet werden kann.

"Wir nutzen statt der DNS in den Zellkernen die in den Chloroplasten", sagt Bock. Diese sei zwar sehr viel begrenzter und liefere nur die Informationen für die Photosynthese, doch dafür trage jede Zelle rund 100 Chloroplasten und diese wiederum je 100 Kopien, während die vollständige Erbinformation im Zellkern nur zweimal vorhanden ist. "Indem wir die DNS in den Chloroplasten manipulieren, können viel höhere Mengen der erwünschten Proteine produziert werden als durch eine Manipulation des Zellkerns. Außerdem schließen wir eine Übertragung aus, denn sie wird nur mütterlich vererbt und kann also nicht über freifliegende Pollen weitergegeben werden", erläutert Bock.

Wie aber gelangt das Erbgut in die Chloroplasten? Dazu werden kleine Goldkügelchen von der Größe eines halben Mikrometers mit dem Genmaterial beschichtet und anschließend auf ein Blatt geschossen. Im Idealfall wird die Fremd-DNS dann von den Chloroplasten aufgenommen. "Schwierig ist es, diese Zellen am Leben zu erhalten, zum Wachsen zu bringen und aus den undifferenzierten Zellen wieder neue Pflanzen zu ziehen", so Bock. Mit Tomatenpflanzen ist der Gruppe aus Münster, Freiburg und Sao Paulo nun gelungen, diese Technik auf essbare Pflanzen zu übertragen. Bock rechnet in vier bis fünf Jahren mit ersten erfolgreichen Anwendungen für den Markt. So sollen die Früchte dann beispielsweise Impfstoffe produzieren. Dass sich bei transgenen Pflanzen für den Menschen störende Nebenwirkungen einschleichen könnten, befürchtet Bock nicht: "Wenn das Gen in der Pflanze nicht richtig funktioniert, kann es höchstens passieren, dass die Pflanze schlecht wächst".

Transgene Tomaten – Biotechnologen entwickelten neue Methode

Gegenüber genveränderten Lebensmitteln gibt es immer noch viele Ängste und Vorurteile.Zu ihnen gehört auch die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des transgenen Erbmaterials über Pollenflug auf verwandte Nutzpflanzen oder Unkräuter. Prof. …

Gegenüber genveränderten Lebensmitteln gibt es immer noch viele Ängste und Vorurteile.Zu ihnen gehört auch die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des transgenen Erbmaterials über Pollenflug auf verwandte Nutzpflanzen oder Unkräuter. Prof. Dr. Ralph Bock vom Institut für Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen, Universität Münster, entwickelte eine neue Methode, mit der diese Gefahr ausgeschaltet werden kann.

“Wir nutzen statt der DNS in den Zellkernen die in den Chloroplasten”, sagt Bock. Diese sei zwar sehr viel begrenzter und liefere nur die Informationen für die Photosynthese, doch dafür trage jede Zelle rund 100 Chloroplasten und diese wiederum je 100 Kopien, während die vollständige Erbinformation im Zellkern nur zweimal vorhanden ist. “Indem wir die DNS in den Chloroplasten manipulieren, können viel höhere Mengen der erwünschten Proteine produziert werden als durch eine Manipulation des Zellkerns. Außerdem schließen wir eine Übertragung aus, denn sie wird nur mütterlich vererbt und kann also nicht über freifliegende Pollen weitergegeben werden”, erläutert Bock.

Wie aber gelangt das Erbgut in die Chloroplasten? Dazu werden kleine Goldkügelchen von der Größe eines halben Mikrometers mit dem Genmaterial beschichtet und anschließend auf ein Blatt geschossen. Im Idealfall wird die Fremd-DNS dann von den Chloroplasten aufgenommen. “Schwierig ist es, diese Zellen am Leben zu erhalten, zum Wachsen zu bringen und aus den undifferenzierten Zellen wieder neue Pflanzen zu ziehen”, so Bock. Mit Tomatenpflanzen ist der Gruppe aus Münster, Freiburg und Sao Paulo nun gelungen, diese Technik auf essbare Pflanzen zu übertragen. Bock rechnet in vier bis fünf Jahren mit ersten erfolgreichen Anwendungen für den Markt. So sollen die Früchte dann beispielsweise Impfstoffe produzieren. Dass sich bei transgenen Pflanzen für den Menschen störende Nebenwirkungen einschleichen könnten, befürchtet Bock nicht: “Wenn das Gen in der Pflanze nicht richtig funktioniert, kann es höchstens passieren, dass die Pflanze schlecht wächst”.

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Veröffentlicht: 30.10.2001

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