
Die November-Ausgabe der ERNÄHRUNGS UMSCHAU
Special und Basiswissen
Sekundäre Pflanzenstoffe fallen meist durch ihre sensorischen und farblichen Eigenschaften auf. Carotinoide sind als farbgebende Pigmente in Obst- und Gemüsesorten bekannt – Curcumin ist den meisten als Komponente in Gewürzmischungen wie beispielsweise Currypulver geläufig. Curcuminoide werden häufig von Bevölkerungsgruppen supplementiert, die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen. Im aktuellen Special der Ernährungs Umschau gehen Alexa Kocher, Christina Schiborr und Jan Frank der Frage nach, ob es durch die simultane Aufnahme von Curcuminoiden und Arzneimitteln zu Interaktionen und damit zu Veränderungen der Arzneimittelwirksamkeit kommen kann (S. 188–195). Die Autoren Anna Westphal und Volker Böhm liefern in ihrem Beitrag einen Überblick über Vorkommen, Bioverfügbarkeit sowie potenzielle gesundheitsfördernde Wirkungen von Carotinoiden auf kardiovaskuläre, altersbedingte und Krebserkrankungen (S. 196–207). Im Fokus der Rubrik „Basiswissen“ stehen die Grundlagen der Resorption und des Metabolismus des potenziell anti-kanzerogen und anti-inflammatorisch wirksamen Curcumins.
Wissenschaft & Forschung
Die Angebote zur Online-Bestellung von Lebensmitteln mit anschließender Lieferung oder Abholung am Supermarkt-Drive-in nehmen stetig zu. Im Rahmen einer regionalen Fallstudie deutschsprachiger Mütter mit mindestens einem Grundschulkind zeigen die Autoren Carina Schnellbächer, Julia Behr und Ingrid-Ute Leonhäuser auf (S. 178–187), ob und inwiefern beide Distributionswege von Privathaushalten für die Ernährungsversorgung genutzt werden. Signifikante Zusammenhänge ergaben sich zwischen der Inanspruchnahme von Lebensmittel-Online-Bestellungen und anschließender Lieferung mit Bildungsstatus, Erwerbstätigkeit und Einkommenshöhe. Die Nicht-Nutzung beider Distributionswege ist hingegen mit einer fehlenden Kompetenz zur Online-Bestellung verknüpft.
Ernährungslehre und Praxis
Orale Supplemente zählen mit zur künstlichen Ernährung und sind industriell hergestellte, so genannte orale bilanzierte Diäten (OBD). Für schwerkranke Patienten, Patienten vor bzw. nach großen Operationen sowie hochbetagte Menschen dienen OBD zur Ergänzung oder als Ersatz für eine Ernährung mit normalen Lebensmitteln, wenn deren Aufnahme nicht mehr (ausreichend) gewährleistet ist. Sigrid Kalde informiert in ihrem Beitrag (S. S43–S46) über Indikationen, Kontraindikationen und die Anwendung oraler Supplemente im klinischen Alltag.





