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  • Warum eine eiweißreiche Ernährung Übergewicht vorbeugen kann


Eine eiweißreiche Ernährung kann dabei helfen, Übergewicht vorzubeugen oder es zu verringern. Doch warum ist dies so, was passiert im Stoffwechsel? Ein Wissenschaftlerteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) um Susanne KLAUS hat am Mausmodell gezeigt: Eine hohe Aufnahme von Eiweiß oder bestimmten Aminosäuren führt zu einer erhöhten Wasseraufnahme. Diese ist mit einer geringeren Nahrungsaufnahme verbunden und trägt so dazu bei, Übergewicht vorzubeugen. 

 Am DIfE untersuchte die Arbeitsgruppe „Physiologie des Energiestoffwechsels“ die Wirkung vier fettreicher Futtermischungen auf den Körperfettgehalt und den Fettstoffwechsel von Mäusen. Die fettreichen Futtermischungen waren entweder mit Eiweiß aus Molke, mit der Aminosäure Leucin oder Alanin angereichert. Als Kontrolle verwendeten die Forscher ein fettreiches Futter mit einem normalen Eiweißanteil. Während des Versuchszeitraums von sieben Tagen registrierten die Forscher die Wasser- und Nahrungsaufnahme der Tiere. Zudem bestimmten sie die Änderungen des Körperfettgehaltes mittels Kernresonanzspektroskopie (NMR) und maßen Veränderungen im Fettstoffwechsel.

Die Tiere, die das eiweißreiche Futter erhielten, tranken mehr, fraßen weniger und nahmen im Vergleich zu den Tieren, die ein Futter mit normalem Eiweißgehalt bekamen, trotz der sehr fettreichen Ernährung nicht zu. Ebenso wiesen sie deutlich niedrigere Cholesterin- und Leberfettwerte auf. Zudem war die Fettneubildung in der Leber gebremst. Bei den Tieren, die mit den Aminosäuren Leucin bzw. Alanin angereichertes Futter erhielten, waren diese günstigen Effekte nicht so stark ausgeprägt. Bei allen Tieren bestand jedoch ein enger Zusammenhang zwischen der Körperfettzunahme, den Leberfettwerten und der Gesamtenergieaufnahme.

„Bereits fünf Stunden nach der Umstellung auf das eiweißreiche Futter tranken die Tiere umso mehr und fraßen umso weniger, je mehr Aminostickstoff sie über die Eiweiße bzw. Eiweißbausteine im Futter aufnahmen“, erklärt Klaus-Jürgen PETZKE, Co-Autor der Studie. Die Forscher vermuten daher, dass die erhöhte Wasseraufnahme ursächlich für die sättigende Wirkung des eiweißreichen Futters ist und durch die hohe Stickstoffaufnahme ausgelöst wird. Denn der Stickstoff muss mit dem Urin ausgeschieden werden, um eine Vergiftung des Körpers mit Ammoniak zu vermeiden. Ferner beobachteten die Wissenschaftler, dass sich Leucin und Alanin nicht in ihrer Wirkung unterschieden. Dieses spricht nach Angaben der Forscher dafür, dass die sättigende Wirkung einer eiweißreichen Kost nicht auf eine bestimmte Aminosäure zurückzuführen ist, sondern generell auf die erhöhte Stickstoffzufuhr. Hinweise auf einen eiweißbedingten höheren Energiebedarf des Stoffwechsels fanden die Wissenschaftler nicht.

Die Studienergebnisse tragen dazu bei, die Wirkung von Eiweißen und Eiweißbausteinen auf den lebenden Organismus besser zu verstehen. Weitere Langzeitstudien sind aber nötig, um die Ergebnisse zu ergänzen und zu bestätigen. Zudem sollten bei einer proteinreichen Ernährungsweise immer auch die ökologischen Folgen des Konsums tierischer Lebensmittel/Eiweißquellen bedacht werden – im Sinne einer nachhaltigen Ernährung sollten daher auch pflanzliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte in den Speiseplan aufgenommen werden. Kontakt: Prof. Dr. Susanne Klaus, Arbeitsgruppe Physiologie des Energiestoffwechsels, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), Arthur-Scheunert-Allee 114-116, 14558 Nuthetal, E-Mail: klaus@dife.de

Literatur: Freudenberg A, Petzke KJ, Klaus S (2012) Dietary L-leucine and L-alanine supplementation have similar acute effects in the prevention of high-fat diet-induced obesity. Amino Acids [published online 31.07.2012, DOI: 10.1007/s00726-012-1363-2]

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Pressemeldung vom 30.10.2012

(21.11.12)



© photocrew/Fotolia.com
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Eine eiweißreiche Ernährung kann dabei helfen, Übergewicht vorzubeugen oder es zu verringern. Doch warum ist dies so, was passiert im Stoffwechsel? Ein Wissenschaftlerteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) um Susanne KLAUS hat am Mausmodell gezeigt: Eine hohe Aufnahme von Eiweiß oder bestimmten Aminosäuren führt zu einer erhöhten Wasseraufnahme. Diese ist mit einer geringeren Nahrungsaufnahme verbunden und trägt so dazu bei, Übergewicht vorzubeugen. 

 Am DIfE untersuchte die Arbeitsgruppe „Physiologie des Energiestoffwechsels“ die Wirkung vier fettreicher Futtermischungen auf den Körperfettgehalt und den Fettstoffwechsel von Mäusen. Die fettreichen Futtermischungen waren entweder mit Eiweiß aus Molke, mit der Aminosäure Leucin oder Alanin angereichert. Als Kontrolle verwendeten die Forscher ein fettreiches Futter mit einem normalen Eiweißanteil. Während des Versuchszeitraums von sieben Tagen registrierten die Forscher die Wasser- und Nahrungsaufnahme der Tiere. Zudem bestimmten sie die Änderungen des Körperfettgehaltes mittels Kernresonanzspektroskopie (NMR) und maßen Veränderungen im Fettstoffwechsel.

Die Tiere, die das eiweißreiche Futter erhielten, tranken mehr, fraßen weniger und nahmen im Vergleich zu den Tieren, die ein Futter mit normalem Eiweißgehalt bekamen, trotz der sehr fettreichen Ernährung nicht zu. Ebenso wiesen sie deutlich niedrigere Cholesterin- und Leberfettwerte auf. Zudem war die Fettneubildung in der Leber gebremst. Bei den Tieren, die mit den Aminosäuren Leucin bzw. Alanin angereichertes Futter erhielten, waren diese günstigen Effekte nicht so stark ausgeprägt. Bei allen Tieren bestand jedoch ein enger Zusammenhang zwischen der Körperfettzunahme, den Leberfettwerten und der Gesamtenergieaufnahme.

„Bereits fünf Stunden nach der Umstellung auf das eiweißreiche Futter tranken die Tiere umso mehr und fraßen umso weniger, je mehr Aminostickstoff sie über die Eiweiße bzw. Eiweißbausteine im Futter aufnahmen“, erklärt Klaus-Jürgen PETZKE, Co-Autor der Studie. Die Forscher vermuten daher, dass die erhöhte Wasseraufnahme ursächlich für die sättigende Wirkung des eiweißreichen Futters ist und durch die hohe Stickstoffaufnahme ausgelöst wird. Denn der Stickstoff muss mit dem Urin ausgeschieden werden, um eine Vergiftung des Körpers mit Ammoniak zu vermeiden. Ferner beobachteten die Wissenschaftler, dass sich Leucin und Alanin nicht in ihrer Wirkung unterschieden. Dieses spricht nach Angaben der Forscher dafür, dass die sättigende Wirkung einer eiweißreichen Kost nicht auf eine bestimmte Aminosäure zurückzuführen ist, sondern generell auf die erhöhte Stickstoffzufuhr. Hinweise auf einen eiweißbedingten höheren Energiebedarf des Stoffwechsels fanden die Wissenschaftler nicht.

Die Studienergebnisse tragen dazu bei, die Wirkung von Eiweißen und Eiweißbausteinen auf den lebenden Organismus besser zu verstehen. Weitere Langzeitstudien sind aber nötig, um die Ergebnisse zu ergänzen und zu bestätigen. Zudem sollten bei einer proteinreichen Ernährungsweise immer auch die ökologischen Folgen des Konsums tierischer Lebensmittel/Eiweißquellen bedacht werden – im Sinne einer nachhaltigen Ernährung sollten daher auch pflanzliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte in den Speiseplan aufgenommen werden. Kontakt: Prof. Dr. Susanne Klaus, Arbeitsgruppe Physiologie des Energiestoffwechsels, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), Arthur-Scheunert-Allee 114-116, 14558 Nuthetal, E-Mail: klaus@dife.de

Literatur: Freudenberg A, Petzke KJ, Klaus S (2012) Dietary L-leucine and L-alanine supplementation have similar acute effects in the prevention of high-fat diet-induced obesity. Amino Acids [published online 31.07.2012, DOI: 10.1007/s00726-012-1363-2]

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Pressemeldung vom 30.10.2012

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Warum eine eiweißreiche Ernährung Übergewicht vorbeugen kann

Eine eiweißreiche Ernährung kann dabei helfen, Übergewicht vorzubeugen oder es zu verringern. Doch warum ist dies so, was passiert im Stoffwechsel? Ein Wissenschaftlerteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) um …

Eine eiweißreiche Ernährung kann dabei helfen, Übergewicht vorzubeugen oder es zu verringern. Doch warum ist dies so, was passiert im Stoffwechsel? Ein Wissenschaftlerteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) um Susanne KLAUS hat am Mausmodell gezeigt: Eine hohe Aufnahme von Eiweiß oder bestimmten Aminosäuren führt zu einer erhöhten Wasseraufnahme. Diese ist mit einer geringeren Nahrungsaufnahme verbunden und trägt so dazu bei, Übergewicht vorzubeugen. 

 Am DIfE untersuchte die Arbeitsgruppe „Physiologie des Energiestoffwechsels“ die Wirkung vier fettreicher Futtermischungen auf den Körperfettgehalt und den Fettstoffwechsel von Mäusen. Die fettreichen Futtermischungen waren entweder mit Eiweiß aus Molke, mit der Aminosäure Leucin oder Alanin angereichert. Als Kontrolle verwendeten die Forscher ein fettreiches Futter mit einem normalen Eiweißanteil. Während des Versuchszeitraums von sieben Tagen registrierten die Forscher die Wasser- und Nahrungsaufnahme der Tiere. Zudem bestimmten sie die Änderungen des Körperfettgehaltes mittels Kernresonanzspektroskopie (NMR) und maßen Veränderungen im Fettstoffwechsel.

Die Tiere, die das eiweißreiche Futter erhielten, tranken mehr, fraßen weniger und nahmen im Vergleich zu den Tieren, die ein Futter mit normalem Eiweißgehalt bekamen, trotz der sehr fettreichen Ernährung nicht zu. Ebenso wiesen sie deutlich niedrigere Cholesterin- und Leberfettwerte auf. Zudem war die Fettneubildung in der Leber gebremst. Bei den Tieren, die mit den Aminosäuren Leucin bzw. Alanin angereichertes Futter erhielten, waren diese günstigen Effekte nicht so stark ausgeprägt. Bei allen Tieren bestand jedoch ein enger Zusammenhang zwischen der Körperfettzunahme, den Leberfettwerten und der Gesamtenergieaufnahme.

„Bereits fünf Stunden nach der Umstellung auf das eiweißreiche Futter tranken die Tiere umso mehr und fraßen umso weniger, je mehr Aminostickstoff sie über die Eiweiße bzw. Eiweißbausteine im Futter aufnahmen“, erklärt Klaus-Jürgen PETZKE, Co-Autor der Studie. Die Forscher vermuten daher, dass die erhöhte Wasseraufnahme ursächlich für die sättigende Wirkung des eiweißreichen Futters ist und durch die hohe Stickstoffaufnahme ausgelöst wird. Denn der Stickstoff muss mit dem Urin ausgeschieden werden, um eine Vergiftung des Körpers mit Ammoniak zu vermeiden. Ferner beobachteten die Wissenschaftler, dass sich Leucin und Alanin nicht in ihrer Wirkung unterschieden. Dieses spricht nach Angaben der Forscher dafür, dass die sättigende Wirkung einer eiweißreichen Kost nicht auf eine bestimmte Aminosäure zurückzuführen ist, sondern generell auf die erhöhte Stickstoffzufuhr. Hinweise auf einen eiweißbedingten höheren Energiebedarf des Stoffwechsels fanden die Wissenschaftler nicht.

Die Studienergebnisse tragen dazu bei, die Wirkung von Eiweißen und Eiweißbausteinen auf den lebenden Organismus besser zu verstehen. Weitere Langzeitstudien sind aber nötig, um die Ergebnisse zu ergänzen und zu bestätigen. Zudem sollten bei einer proteinreichen Ernährungsweise immer auch die ökologischen Folgen des Konsums tierischer Lebensmittel/Eiweißquellen bedacht werden – im Sinne einer nachhaltigen Ernährung sollten daher auch pflanzliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte in den Speiseplan aufgenommen werden. Kontakt: Prof. Dr. Susanne Klaus, Arbeitsgruppe Physiologie des Energiestoffwechsels, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), Arthur-Scheunert-Allee 114-116, 14558 Nuthetal, E-Mail: klaus@dife.de

Literatur: Freudenberg A, Petzke KJ, Klaus S (2012) Dietary L-leucine and L-alanine supplementation have similar acute effects in the prevention of high-fat diet-induced obesity. Amino Acids [published online 31.07.2012, DOI: 10.1007/s00726-012-1363-2]

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Pressemeldung vom 30.10.2012

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Veröffentlicht: 21.11.2012

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