Schweine hinter Gitterstall
Maßnahmen wie eine Handvoll Stroh in den Schweineställen oder die Einhaltung des gesetzlichen Standards für Licht in Ställen seien bereits unüberwindbare Hürde. © Riccardo_Mojana / iStock / Thinkstock

Initiative Tierwohl: Deutscher Tierschutzbund zieht sich als Berater zurück

  • 19.09.2016
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  • Redaktion

Mit der Initiative Tierwohl wollten Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel für eine tiergerechtere und nachhaltigere Fleischerzeugung eintreten. Doch die Zusammenarbeit bröckelt: Der Deutsche Tierschutzbund beendete nun unter starken Vorwürfen die Mitarbeit im Beraterausschuss.

Wie der Deutsche Tierschutzbund auf seiner Website berichtet, beendet der Verein seine Mitarbeit im Beraterausschuss der Initiative Tierwohl (ITW). Die „Projektgruppe Schwein“ hatte sich am vergangenen Mittwoch getroffen, die dort gefassten Beschlüsse bieten laut Tierschutzbund allerdings keine langfristige Perspektive für den Tierschutz. Die Vorwürfe sind deutlich: Die ITW setze weiterhin auf Quantität statt Qualität. Außerdem bleibe auf nicht absehbare Zeit die Transparenz für den Verbraucher auf der Strecke.

Selbst einfachste Maßnahmen wie eine Handvoll Stroh in den Schweineställen oder die Einhaltung des gesetzlichen Standards für Licht in Ställen seien für die Initiative bereits eine unüberwindbare Hürde. Der Deutsche Tierschutzbund hatte immer gefordert, dass die Kriterien bei den Grundanforderungen höher sein müssen als bisher vorgesehen. Die Verantwortlichen sehen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in der Plicht, eine nationale Nutztierstrategie zu entwickeln, in der alle Maßnahmen auf ein gemeinsames Ziel hin zu mehr Tierschutz ausgerichtet sind.

Auch die Grünen sehen das Projekt ITW gefährdet. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der Grünen-Fachpolitiker Friedrich Ostendorff „Die Zukunft der Initiative sieht düster aus" und „Ohne Beteiligung eines gesellschaftlichen Verbandes verliert die Brancheninitiative ihre Glaubwürdigkeit“. Finanziert wird die Initiative durch die teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels. Diese zahlen pro verkauftem Kilo Fleisch und Wurst einen festen Betrag an die Initiative Tierwohl.

www.tierschutzbund.de

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