Erfrischung mit Beigeschmack: Nutzt Coca-Cola das Vertrauen aus, das Kinder Personen wie den deutschen Fußball-Nationalspielern entgegenbringen? © Olga Sapegina / Hemera / Thinkstock

Fußball-EM 2016: Coca-Colas Kampagne sorgt für Beschwerde beim Deutschen Werberat

  • 29.06.2016
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Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) haben eine Beschwerde beim Deutschen Werberat eingelegt: Coca-Cola werbe in der aktuellen EM-Kampagne mit den Konterfeis bekannter Spieler – auf Kosten der Kindergesundheit. In der Kritik stehen mehrere mögliche Verstöße gegen die Verhaltensregeln des Rats.

Cola-Dose mit den Konterfeis der Nationalspieler und Zuckerstücke.
Cola-Dosen mit den Konterfeis der Nationalspieler. © foodwatch

Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich ist derzeit nicht nur aus sportlicher Sicht in aller Munde. Auch die Sponsoren und Unterstützer des Großevents erhalten maximale Aufmerksamkeit – medial wie auch bei den Zuschauern. Mit dabei sind die „Schwergewichte" in puncto Fast Food und Softgetränke: Coca-Cola und McDonald's. Laut dem Statistik-Portal „statista" sind sie neben Adidas die bekanntesten Sponsoren am Rande des Spielfelds.

Teil der EM-Kampagne von Coca-Cola ist das Bedrucken von Dosen mit den Bildern bekannter deutscher Spieler wie Jérôme Boateng, Thomas Müller oder Benedikt Höwedes. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) haben dazu nun Beschwerde beim Deutschen Werberat eingelegt und fordern den Stopp der Coca-Cola EM-Kampagne. Die Gesichter der deutschen Nationalelf verlocken Kinder zum Kauf ungesunder Zuckergetränke und tragen damit zum Anstieg von Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 und anderen chronischen Krankheiten bei, so die Begründung.

Unausgewogenes Lebensmittel

Der Deutsche Werberat entscheidet über Verstöße gegen seinen eigens formulierten Verhaltenskodex, dazu gehören Regeln zu Kinder- und Alkoholwerbung oder sexistischer Werbung. Im konkreten Fall sehen die Verbraucherschützer Verstöße gegen die Verhaltensregeln des Rates über die „kommerzielle Kommunikation für Lebensmittel“. Die Kampagne von Coca-Cola ziele auf das Vertrauen von Kindern gegenüber ihren Vorbildern ab und erschwere darüber hinaus, eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu erlernen.

Bleibt abzuwarten, ob der Werberat die Kampagne tatsächlich beanstandet: Würde Coca-Cola in diesem Fall nicht reagieren, rügt der Werberat das Unternehmen und schaltet die Öffentlichkeit ein. Die anschließende Berichterstattung und Kommentierung der Presse dürfte dem Großsponsor gar nicht schmecken.

mya

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