Therapie der Binge-Eating-Störung - Probanden gesucht
- 02.08.2011
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Bild: © Fotolia/Orlando Florin Rosu
Angeleitete Selbsthilfe mit Internetunterstützung oder Einzelsitzungen mit Therapeuten: Welche Form der Therapie bei der sog. Binge-Eating-Störung besser wirkt, untersuchen Forscher der Ruhr-Universität Bochum in einer groß angelegten Studie, die im November 2010 angelaufen ist.
Studienteilnehmer gesucht
Am meisten verbreitete Essstörung
Der Begriff „to binge” kommt aus dem Amerikanischen und heißt übersetzt „ein Fressgelage abhalten”. Hauptmerkmal der Binge-Eating-Störung sind regelmäßige Essanfälle, bei denen die Betroffenen typischerweise große Nahrungsmengen verzehren und dabei das Gefühl haben, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren. Die Binge-Eating-Störung ist heute die am meisten verbreitete Essstörung – 2 bis 5 % der Bevölkerung sind betroffen – und tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf. Die bisherige „Standardtherapie“ ist die kognitive Verhaltenstherapie, die jedoch nicht flächendeckend angeboten wird und oft erst nach einer Wartezeit begonnen werden kann.
Therapie per Internet
In der deutschlandweit angelegten Studie „INTERBED“ (Internet-basierte, angeleitete Selbsthilfe für übergewichtige und adipöse Patientinnen und Patienten mit Binge-Eating-Störung) erforschen Wissenschaftler der RUB die Wirksamkeit eines internet-basierten, von Therapeuten unterstützten Selbsthilfeprogramms im Vergleich mit der Standardtherapie. Die Inhalte beider Therapieformen sind ähnlich. Patienten der konventionellen Behandlungsmethode erhalten eine viermonatige Psychotherapie mit insgesamt 20 Einzelsitzungen. Die Internettherapie beinhaltet zwei Gespräche mit einem Therapeuten. Während der Internet-Behandlung stehen die Patienten per E-Mail mit den Therapeuten in Kontakt.
Weitere Informationen: Dipl.-Psych. Kateryna Grygoruk, Studie INTERBED, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Alexandrinenstr. 1–3, 44791 Bochum, Tel. 0234/5077-3173, E-Mail: kateryna_grygoruk@gmx.de. Quelle: Ruhr-Universität Bochum, Pressemeldung vom 13.07.2011
Den Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 08/11 auf Seite 405.