Therapie der Binge-Eating-Störung - Probanden gesucht

Bild: © Fotolia/Orlando Florin Rosu

Angeleitete Selbsthilfe mit Internetunterstützung oder Einzelsitzungen mit Therapeuten: Welche Form der Therapie bei der sog. Binge-Eating-Störung besser wirkt, untersuchen Forscher der Ruhr-Universität Bochum in einer groß angelegten Studie, die im November 2010 angelaufen ist.


Studienteilnehmer gesucht
Im Mittelpunkt der Untersuchung, die durch das Bundesforschungsministerium (BMBF) finanziert wird, steht die sog. Binge-Eating-Störung, die sich durch unkontrollierbare Essattacken auszeichnet. Für den weiteren Verlauf der Studie sucht die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (LWL-Universitätsklinikum der RUB) Studienteilnehmer/-innen ab 18 Jahren mit Übergewicht bzw. Adipositas (BMI 27–40). Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0234/5077-3173 informieren. Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos.

Am meisten verbreitete Essstörung
Der Begriff „to binge” kommt aus dem Amerikanischen und heißt übersetzt „ein Fressgelage abhalten”. Hauptmerkmal der Binge-Eating-Störung sind regelmäßige Essanfälle, bei denen die Betroffenen typischerweise große Nahrungsmengen verzehren und dabei das Gefühl haben, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren. Die Binge-Eating-Störung ist heute die am meisten verbreitete Essstörung – 2 bis 5 % der Bevölkerung sind betroffen – und tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf. Die bisherige „Standardtherapie“ ist die kognitive Verhaltenstherapie, die jedoch nicht flächendeckend angeboten wird und oft erst nach einer Wartezeit begonnen werden kann.

Therapie per Internet
In der deutschlandweit angelegten Studie „INTERBED“ (Internet-basierte, angeleitete Selbsthilfe für übergewichtige und adipöse Patientinnen und Patienten mit Binge-Eating-Störung) erforschen Wissenschaftler der RUB die Wirksamkeit eines internet-basierten, von Therapeuten unterstützten Selbsthilfeprogramms im Vergleich mit der Standardtherapie. Die Inhalte beider Therapieformen sind ähnlich. Patienten der konventionellen Behandlungsmethode erhalten eine viermonatige Psychotherapie mit insgesamt 20 Einzelsitzungen. Die Internettherapie beinhaltet zwei Gespräche mit einem Therapeuten. Während der Internet-Behandlung stehen die Patienten per E-Mail mit den Therapeuten in Kontakt.

Weitere Informationen: Dipl.-Psych. Kateryna Grygoruk, Studie INTERBED, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Alexandrinenstr. 1–3, 44791 Bochum, Tel. 0234/5077-3173, E-Mail: kateryna_grygoruk@gmx.de. Quelle: Ruhr-Universität Bochum, Pressemeldung vom 13.07.2011

Den Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 08/11 auf Seite 405.

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