Ernährungsdiagnostik und -therapie bei Nahrungsmittelallergien im Jugend- und Erwachsenenalter
- 04.12.2002
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- Redaktion
Anja Constien, Hannover
Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten gewinnen immer größere Bedeutung. Viele Menschen vermuten, unter einer "Nahrungsmittelallergie" zu leiden, ohne dass dies durch die allergologische Diagnostik bestätigt wurde. Insbesondere der Verzicht auf bestimmte Grundnahrungsmittel kann zu einer stark einseitigen Ernährung führen. Nicht selten ist er mit einer Fehl- und Mangelernährung sowie starker emotionaler Belastung verbunden. Längerfristig sollen einzelne Lebensmittel oder ganze Lebensmittelgruppen nur gemieden werden, wenn die Diagnose "Nahrungsmittelallergie" eindeutig gesichert ist. Eine genaue Diagnostik ist erforderlich, um einerseits eine gezielte Allergenkarenz zu ermöglichen und andererseits dem Patienten eine überflüssige Diät zu ersparen.
Diagnostik
Die Diagnostik von Nahrungsmittelallergien wird im Jugend- und Erwachsenenalter ebenso durchgeführt wie im Kindesalter. Nach der ausführliche Anamnese durch den allergologisch tätigen Arzt sowie den üblichen diagnostischen Verfahren folgt eine gezielte Ernährungsanamnese durch eine Diätassistentin. Häufig ist es hilfreich, den Patienten über 7 bis 14 Tage ein Lebensmitteltagebuch führen zu lassen. In diesem werden verdächtigte Nahrungs- und Genussmittel, Uhrzeiten, auftretende Symptome und sonstige besonderen Umstände notiert. Oft ergibt sich bereits beim Durchsehen des Protokolls ein möglicher Ansatzpunkt für die weitere Diagnostik.
Wichtig ist, dass allein der Nachweis einer Sensibilisierung (d. h. ein positiver Hauttest oder ein Nachweis spezifischen IgEs gegen ein Lebensmittel) nicht für die Diagnose einer Lebensmittelallergie ausreicht. Vielmehr muss stets die klinische Relevanz dieser Befunde überprüft werden. Gerade bei verzögert einsetzenden Reaktionen ist es schwer zu entscheiden, ob ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Genuss eines bestimmten Lebensmittels und der klinischen Symptomatik gegeben ist. Hier wird ein oraler Provokationstest unter klinischen Bedingungen empfohlen.
Die Arbeitsgemeinschaft Nahrungsmittelallergie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAI) hat für das genaue diagnostische Vorgehen bei IgE-vermittelten Reaktionen und bei pseudoallergischen Reaktionen Positionspapiere erstellt. Auch liegt ein weiterführendes Papier zum Thema Nahrungsmittelallergie vom Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie (ADA) vor. EU12/02
Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 12/02 ab Seite 490, weitere Mitteilungen der Verbände ab Seite 488.
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