Wirkstoffe funktioneller Lebensmittel in der Prävention der Arteriosklerose
- 08.05.2002
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- Redaktion
Andreas Hahn, Birgit Schmitt, Alexander Ströhle, Brita M. Watkinson, Hannover
Teil 1: Physiologische Grundlagen der Wirkung von Omega-3-Fettsäuren
Seit Beginn der 1990er Jahre gewinnen funktionelle Lebensmittel weltweit an Bedeutung. Bereits heute beläuft sich das Umsatzvolumen der Produktgruppe auf etwa 0,7 Mrd. €. Eine einheitliche und verbindliche Definition für Functional Food findet sich in der wissenschaftlichen Fachliteratur bisher nicht. So sind zahlreiche unterschiedliche Begriffe (u. a. designer food, healthy food oder pharma food) in Gebrauch, die meist synonym verwendet werden. Eine Übereinstimmung aller Definitionen besteht lediglich darin, dass Lebensmittel dann als funktionell bezeichnet werden, wenn sie neben ihrer "klassischen" ernährungsphysiologischen Bedeutung einen gesundheitlichen Zusatznutzen ("added value") aufweisen. Im Rahmen eines mehrteiligen Beitrags soll am Beispiel der Arteriosklerose diskutiert werden, ob und wie Omega-3-Fettsäuren (vgl. Ernährungs-Umschau 49 (2002) 94-98) und Phytosterole als ausgewählte Bestandteile funktioneller Lebensmittel tatsächlich zu einer gesünderen Ernährungsweise bzw. zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung beitragen können.
Arteriosklerotische Erkrankungen stellen nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland dar. Ausgelöst durch chemische (Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie, Homocysteinämie) und mechanische Noxen (Hypertonie) bilden die Läsionen und Dysfunktionen des Endothels den Beginn des pathogenetischen Geschehens. Unter Einfluss von immunologischen und oxidativen Mechanismen schreitet der arteriosklerotische Prozess weiter fort und führt schließlich zur Einengung des Gefäßlumens. Zahlreiche epidemiologische Untersuchungen und klinische Interventionsstudien geben Hinweise auf vasoprotektive Wirkungen langkettiger Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA), die v.a. in Lebensmitteln aquatischer Herkunft zu finden sind. In jüngster Zeit werden auch vermehrt funktionelle Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren angeboten. Zu den vasoprotektiven Effekten, die Omega-3-Fettsäuren entfalten, zählt die hypotriglyceridämische Wirkung, die Modulation der Eicosanoid- und Zytokinsynthese sowie die Hemmung der Blutgerinnung. Darüber hinaus vermindern Omega-3-Fettsäuren die Expression von Adhäsionsfaktoren, stimulieren die endotheliale Vasodilatation und verfügen über eine geringe bis moderate hypotonische Wirkung. Der Artikel gibt eine Übersicht über die Pathogenese der Arteriosklerose und den Einfluss von Omega-3-Fettsäuren im Rahmen der Primär- und Sekundärprophylaxe. EU05/02
Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 05/02 ab Seite 172.
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