Zur Frage einer Zufütterung bei gestillten Neugeborenen

Nationale Stillkommission Deutschland am BgVV

Beim Menschen wie auch allen Säugetieren setzt eine für das Gedeihen ausreichende Milchsekretion bei der Mutter nicht unmittelbar nach der Geburt, sondern erst mit einer gewissen Verzögerung ein. Sie ist angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse und die zunehmende Verdauungsleistung des Magen-Darm-Kanals eines Neugeborenen.

In der Natur ist eine Zufütterung bei neugeborenen Tieren nicht vorgesehen. Nur der Mensch hat offensichtlich seit altersher Angst, dass seine Neugeborenen Hunger leiden könnten. Die wenigen Tropfen der Vormilch hielt man lange für wertlos, und der kindliche Gewichtsverlust nach Geburt wird von vielen Eltern noch heute sehr ängstlich verfolgt. Es ist verständlich, dass man glaubte, durch Zufütterung von einfachem Tee, Zuckerlösungen oder unterschiedlichster Milchmischungen den Gewichtsverlust in Grenzen halten zu können.

Heute ist der unvergleichlich hohe Wert der Vormilch bekannt, den das Neugeborene nur voll ausschöpfen kann, wenn es frühzeitig und häufig angelegt wird. Allerdings kann jede Form einer Zufütterung in den ersten Tagen die Stillrate und die Stilldauer vor allem bei weniger entschlossenen Müttern reduzieren. Schließlich haben die Kenntnisse über die besondere Situation des Wasser- und Energiehaushaltes sowie den Stoffwechsel und seine hormonelle Regulation so zugenommen, dass die WHO, die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde wie auch die Deutsche Nationale Stillkommission eine Zufütterung von gestillten Neugeborenen ohne einen direkten medizinischen Grund ablehnen.

Mit diesem Beitrag möchte die Nationale Stillkommission durch Aufklärung über die physiologischen Zusammenhänge Ängste abbauen und zugleich Hilfen für das richtige Vorgehen bei Stillschwierigkeiten geben. EU10/02

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 10/02 ab Seite B 43.

PDF Artikel Download für Abonnenten:

Das könnte Sie interessieren
Schnell, schreiben Sie‘s auf! weiter
Ernährungsberatung: Fünf Ebenen der beraterischen Intervention weiter
Gemeinschaftsgastronomie Next Level: Impulse & Einblicke in eine nachhaltige Zukunft weiter
Keine VDOE-Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl weiter
Lebenslanges Lernen als Grundpfeiler des Berufsbilds weiter
Frühstück in der Kita – vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten weiter