Zeitbombe Diabetes mellitus – Epidemie der Wohlstandsgesellschaft?!
- 11.01.2011
- Print-Artikel
- Redaktion
14. Niedersächsisches Ernährungsforum in Hannover Mit Blick auf die Risiken von Folgekrankheiten wie Herz-Kreislauf- Krankheiten sowie auf die erheblichen Kosten für das Gesundheitssystem veranstaltete die Sektion Niedersachsen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. gemeinsam mit der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Niedersachsen am 30. Oktober 2010 das 14. Niedersächsische Ernährungsforum zum Thema Diabetes mellitus.
Die derzeitige Diabetes-Prävalenz in der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland mit 7,5 Mio. Diabetikern liegt bei 12% (IDF Diabetes Atlas 2009). Deutschland weist damit die höchste Diabetes-Prävalenzrate in Europa auf und nimmt weltweit den sechsten Platz ein ohne Berücksichtigung der hohen Dunkelziffer in der erwachsenen Bevölkerung. Experten rechnen damit, dass sich die Zahl der Diabetiker in den nächsten zehn Jahren verdoppeln wird.
Bei bis zu 95 % der Erkrankungen handelt es sich um Diabetes mellitus Typ 2. Häufigste Gründe für die Entstehung sind Übergewicht und Adipositas sowie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen infolge falscher Ernährung und Bewegungsmangel. Dr. med. Gisbert VOIGT, Vizepräsident der Ärztekammer Niedersachsen, warnte vor den mit Diabetes mellitus verbundenen gesundheitlichen Risiken, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck und Krebs. Ziel therapeutischer Bemühungen, so VOIGT, müsse daher die Veränderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens der Patienten sein. Umfragen haben ergeben, dass nur 13 % der Deutschen mindestens vier Mal pro Woche eine halbe Stunde körperlich aktiv sind.
Wer sich im Alltag viel bewegt und mit Sport beginnt, kann das Diabetesrisiko fast halbieren, betonte der Mediziner. Psychologische Konzepte und Gesundheitsmodelle, die sich mit gesundheitsförderlichem Verhalten auseinandersetzen, würden zunehmend auf die Lebenssituation von Menschen mit Diabetes mellitus übertragen, so Diabeteswissenschaftlerin Sabine CARSTENSEN. Sie betonte, dass Änderungen des Verhaltens nur nachhaltig sind, wenn die Patienten ihre Lebenssituation mit Diabetes mellitus realistisch einschätzen und ein entsprechendes Selbstmanagement aufbauen.
Helga Strube DGE-Sektion Niedersachsen, Hannover Julia Beatrice Fruhner, Niedersächsisches Ärzteblatt, Hannover
Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 01/11 auf Seite 45. Weitere Mitteilungen der Verbände lesen Sie ab Seite 44.