Ernährungsbildung über Fächergrenzen hinweg – eine Interventionsstudie zum fächervernetzenden Lernen in den Fächern Hauswirtschaft und Englisch

  • 11.06.2015
  • Print-Artikel
  • Ute Bender
  • Maleika Krüger
  • Stefan Keller
  • Cinzia Zeltner

free access to english version



Ute Bender, Maleika Krüger, Stefan Keller, Cinzia Zeltner, Basel/Schweiz

Peer-Review-Verfahren | Eingegangen: 03.11.2014 | Akzeptiert: 10.03.2015

Schulische Themen zur Ernährungsbildung finden sich in der Deutschschweiz derzeit v. a. im Rahmen des Faches Hauswirtschaft in der Sekundarstufe 1. Im Forschungsprojekt LEENA (Lernen in Ernährungsbildung und Englisch durch neue Aufgabenkultur) wurde untersucht, inwieweit die Ernährungsbildung in beiden Fächern verstärkt gefördert werden könnte.

Einleitung und Hintergründe der Studie

Kompetenzaufbau durch Fächervernetzung
Ernährungsbildung soll Heranwachsende dabei unterstützen, ihre Ess- und Mahlzeitengewohnheiten eigenständig, genuss- und verantwortungsvoll zu gestalten [1]. Dies korrespondiert mit der Absicht von aktuellen Lehrplanreformen im deutschsprachigen Raum, den Aufbau von alltagsrelevanten Kompetenzen zu fördern. Angesichts eines stark nach Fächern gegliederten Unterrichts in der Sekundarstufe 1 stellt sich die Frage, ob hierzu nicht eine verstärkte Kooperation zwischen den Fächern notwendig wäre: Sie könnte dazu beitragen, dass Lernende Wissen aus unterschiedlichen Fachdomänen zu alltagsbezogenen Problemlösungen verknüpfen [2]. Obwohl fächerübergreifendes Unterrichten bereits eine lange Tradition in der Schule hat, ist seine Wirkung auf die Leistungen von Schülern/- innen bislang kaum empirisch erforscht [3].
Vor diesem Hintergrund untersuchte das Projekt LEENA die leistungsbezogenen Effekte, die eine unterrichtszentrierte Verknüpfung der beiden Fächer Hauswirtschaft und Englisch mit Blick auf die Ernährungsbildung zeigte.

Zusammenfassung

Im Projekt LEENA (Lernen in Ernährungsbildung und Englisch durch neue Aufgabenkultur) wurde anhand einer Interventionsstudie mit quasi-experimentellem Design (Pre-Post-Design mit Kontrollgruppen, 35 Klassen) untersucht, inwieweit eine Kooperation zwischen den Fächern Hauswirtschaft und Englisch ausgewählte Aspekte von Ernährungsbildung in der Sekundarstufe 1 gefördert hat. Das Thema des Unterrichts lautete „Healthy Breakfast“. Varianzanalysen zeigten für die Versuchsgruppe signifikant positive Ergebnisse (im Vergleich zu den Kontrollgruppen) bezüglich des Wissensaufbaus im Bereich Ernährung und bezüglich der Anwendung vernetzten Wissens in den Bereichen Ernährung und Englisch. Allerdings ergab sich auch, dass das Bildungsniveau der beteiligten Klassen die Ergebnisse des Vernetzungstests beeinflusste: Sobald man dieses in die Berechnungen einbezog, wurde der signifikante Effekt der Intervention überdeckt.

Schlüsselwörter: Ernährungsbildung, Fächervernetzung, fächerübergreifendes Lernen, Hauswirtschaft, Englisch, quasi-experimentelles Design



In schools at secondary level 1 in German-speaking Switzerland, most nutritional education is subsumed into home economics. As part of the LEENA research project (Learning in Nutritional Education and Education with a New Task Culture [Lernen in Ernährungsbildung und Englisch durch neue Aufgabenkultur]), it was investigated to what extent nutritional education could be enhanced within home economics and English.

Introduction and background to the study

Enhancing expertise by coordinating different subjects
The purpose of nutritional education is to help adolescents to develop their own eating and meal habits in an independent, pleasurable and responsible manner [1]. This is in accordance with the intention of current reforms in the teaching plans in the German-speaking area, as these are aimed at enhancing expertise in everyday life. Since teaching in lower secondary education is traditionally structured along subject lines the question arises whether these aims would not be better served by implementing a higher cooperation between subjects to help learners link knowledge from different domains to solve everyday life problems [2]. Although there is a long tradition of interdisciplinary school teaching, there have hardly been any empirical studies of its effects on students‘ performance [3].

In this context, the LEENA project investigated the effects of a teachingbased link between home economics and English on the quality of nutritional education.

Summary

As part of the LEENA research project (Learning in Nutritional Education and Education with a New Task Culture [Lernen in Ernährungsbildung und Englisch durch neue Aufgabenkultur]), a quasi-experimental study in 35 classes has been carried out, with a pre-/post- design and control groups. This was intended to investigate the extent to which cooperation between the subjects of home economics and English supported selected aspects of nutritional education in secondary school level 1. The subject of the teaching was the “healthy breakfast”. Analysis of variance was performed in comparison to the control groups; the test group exhibited significantly greater increases in nutritional knowledge and better use of coordinated knowledge in nutrition and English. On the other hand, it was also found that the level of education of the classes influenced the results of the connection test. Once this was incorporated into the calculations, the significance of the intervention was no longer evident.

Keywords: nutritional education, interdisciplinary learning, home economics, English, quasi-experimental study



Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 06/15 von Seite 92 bis 97.

PDF Artikel Download für Abonnenten:

Das könnte Sie interessieren
Schnell, schreiben Sie‘s auf! weiter
Ernährungsberatung: Fünf Ebenen der beraterischen Intervention weiter
Gemeinschaftsgastronomie Next Level: Impulse & Einblicke in eine nachhaltige Zukunft weiter
Keine VDOE-Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl weiter
Lebenslanges Lernen als Grundpfeiler des Berufsbilds weiter
Frühstück in der Kita – vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten weiter