Strategien zur Verbesserung der Folatversorgung in Deutschland – Nutzen und Risiken
- 11.12.2006
- Print-Artikel
- Redaktion
Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.
Teil 2: Vermehrte Aufnahme folatreicher Lebensmittel versus Zufuhr synthetischer Folsäure aus Nahrungsergänzungsmitteln bzw. angereicherten Grundlebensmitteln
Michael Krawinkel, Anja Brönstrup, Angela Bechthold, Hans Konrad Biesalski, Heiner Boeing, Ibrahim Elmadfa, Helmut Heseker, Anja Kroke, Eva Leschik-Bonnet, Helmut Oberritter und Peter Stehle
Die zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten empfohlenen Folsäuremengen können nur über die Aufnahme entsprechend angereicherter Lebensmittel und/oder Supplemente erzielt werden. Außer der Vorbeugung von Neuralrohrdefekten werden weitere positive Wirkungen von Folat/Folsäure im Zusammenhang mit verschiedenen Krankheiten diskutiert. Gegenstand der wissenschaftlichen Debatte sind aber auch mögliche negative Wirkungen einer hohen Folsäureaufnahme.
Das Wissenschaftliche Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat zu diesem Thema eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe Folsäure gebildet. Im Rahmen eines von der AG organisierten Workshops mit anerkannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erfolgte eine kritische Auseinandersetzung hinsichtlich des Nutzens und der Risiken einer Folsäure-Anreicherung von Grundlebensmitteln. Das vorliegende Positionspapier stellt die Ergebnisse ausführlich vor und nimmt zur möglichen Folsäure-Anreicherung Stellung.
Die Verbesserung der Folatversorgung der Bevölkerung kann durch einen vermehrten Verzehr von natürlicherweise folatreichen Lebensmitteln entsprechendden Empfehlungen der DGE erreicht werden. In Anbetracht der derzeitigen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ist dies für den größeren Teil der Bevölkerung höchstens mittel- bis langfristig zu erwarten.
Alternativ kann die Folatversorgung der Bevölkerung durch die Zufuhr synthetischer Folsäure aus Nahrungsergänzungsmitteln oder angereicherten Grundlebensmitteln verbessert werden. Unter Berücksichtigung von Nutzen und Risiken dieser verschiedenen Strategien spricht sich die DGE für eine Anreicherung von Mehl mit Folsäure aus. Die DGE sieht dies als zuverlässigste Möglichkeit, zeitnah einen Beitrag zur Verbesserung der Folatversorgung und damit zur Senkung der Neuralrohrdefekt-Häufigkeit in Deutschlang zu leisten.
Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 12/06 ab Seite 468.
PDF Artikel Download für Abonnenten: