Escherichia coli (Teil 1)
- 12.04.2010
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Enterobakterien und coliforme Bakterien
Dr. Rolf Steinmüller, Auchincruive, Schottland
Escherichia coli ist ein Mikroorganismus mit vielen Facetten: Einerseits natürlicher Bewohner des menschlichen und tierischen Darmtrakts, andererseits können die Bakterien großen Schaden anrichten, sobald sie den Darm verlassen und in andere Organe gelangen. Außerdem existieren E. coli-Varianten, die nicht Teil der Darmflora sind und, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden, zu schweren Erkrankungen führen. Außerhalb des Darmtraktes gilt E. coli als Indikator für Fäkalverunreinigung von Trinkwasser und Lebensmitteln. Darüber hinaus spielt das Darmbakterium eine wichtige Rolle in der gentechnischen Forschung und Praxis.Einleitung
Taxonomisch gehört E. coli zur Familie der Enterobakterien. Wie alle Vertreter der Enterobacteriaceae ist E. coli ubiquitär verbreitet und ein Teil der kommensalen Flora bei warmblütigen Organismen. Das Darmbakterium gehört somit auch beim Menschen zum Bestandteil einer gesunden Darmflora. Ursprünglich trugen die Bakterien den Namen „Bacterium coli commune“. Der Gattungsname Bacterium deutet auf die morphologische Gestalt des Prokaryoten hin , coli hingegen auf dessen bevorzugten Lebensraum, den Dickdarm (Colon).
1919 wurde die Gattung zu Ehren ihres Entdeckers, Dr. Theodor ESCHERICH (1857–1911), einem deutsch-österreichischen Kinderarzt, von Sir Aldo CASTELLANI und Albert J. CHALMERS mit dem Widmungsnamen Escherichia versehen. ESCHERICH, welcher diese Bakterienspezies im Jahre 1885 aus dem Stuhl von Säuglingen isolierte, trug maßgeblich dazu bei, die Ursachen für Durchfallerkrankungen und Harnwegsinfektionen zu bestimmen. Dank seiner Pionierarbeit wissen wir heute, dass die natürliche Darmflora des Menschen, die unter anderem vor Krankheitserregern schützt, aus vielen Mikroorganismen besteht.
Zu seiner Zeit stufte ESCHERICH das Bakterium als „harmlosen Schmarotzer“ in der Normalflora des Darms ein. Jedoch zeigte sich bereits Anfang des vergangenen Jahrhunderts, dass es neben ungefährlichen E. coli auch solche mit krankmachenden Eigenschaften gibt.
Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 04/10 ab Seite B 13.
Die Literatur zu diesem Artikel finden Sie im Internet unter
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