Gesundheitliche Bedeutung der Folsäurezufuhr
- 13.07.2004
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Teil 1: Folsäure und Gesundheit Berthold Koletzko, München und Klaus Pietrzik, Bonn Im Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit arbeiten verschiedene wissenschaftliche Fachgesellschaften und einzelne Institutionen zusammen, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu den biologischen Wirkungen des B-Vitamins Folsäure auszutauschen, zu bewerten und die praktische Nutzung des präventivmedizinischen Potenzials dieses Vitamins zu fördern. In der hier vorgelegten Stellungnahme wird der aktuelle Kenntnisstand zusammengefasst. Die zur Gesundheitsprävention empfohlene Folatzufuhr erreicht der Großteil unserer Bevölkerung mit der üblichen Ernährungsweise nicht. Eine angemessene Folatversorgung in der Frühschwangerschaft kann die Häufigkeit angeborener Neuralrohrdefekte um etwa 70–75 % senken, in etwa gleichem Maße werden auch Schwangerschaftsabbrüche auf Grund pränatal erkannter Neuralrohrdefekte vermindert. Tatsächlich erreichen aber nur wenige Frauen im gebärfähigen Alter eine wirksame perikonzeptionelle Folatzufuhr. Eine Folatsupplementierung erst nach Eintritt der Schwangerschaft, z. B. durch eine Tablettenempfehlung bei der ärztlichen Schwangerschaftsberatung, kommt für eine effektive Prävention meist zu spät. Deshalb ist auch in Deutschland die in anderen Ländern bereits praktizierte gezielte Folsäureanreicherung von Grundlebensmittel (z. B. Mehl, Salz) dringend wünschenswert. Eine solche breitenwirksame Verbesserung der Folsatversorgung lässt weitere gesundheitspräventive Effekte für die Allgemeinbevölkerung erwarten, insbesondere auch eine Senkung der Morbidität und Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Erstveröffentlichung in: Deutsches Ärzteblatt 101 (2004), S. A1670–1681 [Heft 23]. Wir danken dem Deutschen Ärzte-Verlag für die Genehmigung zum Nachdruck.
Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 07/04 ab Seite 264.
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