Brauchen wir eine neue Ernährungspyramide?

Maike Groeneveld, Bonn

Eine neue, offensichtlich sehr populäre Diätwelle rollt aus den USA auf Europa zu: Atkins-Diät, South-Beach-Diät und andere sogen. Low-Carb-Diäten. Allen gemeinsam ist, dass der glykämische Index von Lebensmitteln, also deren Blutzuckerwirksamkeit im Mittelpunkt steht. Der Begriff Low-Carb steht für Diäten, bei denen Kohlenhydratträger wie Brot, Kartoffeln, Obst ganz oder teilweise vom Speiseplan gestrichen und durch Eiweißträger wie Fleisch, Eier, Fisch ersetzt werden.

Die Diskussion um Low-Carb-Diäten stellt bisherige Ernährungsempfehlungen in Frage. Von einigen Wissenschaftlern wurden neue Vorschläge für Ernährungspyramiden entwickelt. Demnach sollen Gemüse und Obst den größten Raum im Speiseplan einnehmen; Eiweißlieferanten wie Fisch, Geflügel, Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte sowie Nüsse und Hülsenfrüchte erhalten einen höheren Stellenwert. Bei kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wird stärker als bisher nach deren glykämischem Index unterschieden.

Die Debatte um die Zusammensetzung der Ernährungspyramide zeigt, dass die Ernährung ein komplexes Geschehen darstellt. Veränderungen an einzelnen Bestandteilen der Kost führen automatisch auch zu Änderungen an anderen Komponenten, was sich in der Forschung als schwer kontrollierbar erweist. Die US-amerikanischen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung werden turnusgemäß alle 5 Jahre überarbeitet. Im Jahr 2005 sollen neue Empfehlungen veröffentlicht werden. Die Frage, wie sich die neuen Erkenntnisse niederschlagen, ist offen. Es bleibt spannend!

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 08/04 ab Seite 308.

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