Lösungsbogen EU 04/10: Mangelernährung im Alter I
- 14.09.2010
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Die jeweils richtige Antwort ist fett hinterlegt:
1. Welche Aussage zur Mangelernährung ist richtig?
- Mangelernährung tritt in jedem Lebensalter auf.
- Mangelernährung tritt aufgrund einer genetischen Disposition auf.
- Mangelernährung ist eine Alterserscheinung und bei über 70-Jährigen der „Normalfall“.
- Mangelernährung ist ein relativ neues Problem und steht mit der wirtschaftlichen Situation in Zusammenhang.
2. Welche Aussage zur Sarkopenie ist richtig? Sarkopenie …
- ist eine Form der Mangelernährung.
- ist eine Folge der Osteoporose.
- bedeutet, dass Muskelmasse und Muskelkraft im fortgeschrittenen Alter abnehmen.
- wird durch Kalziummangel ausgelöst.
3. Welcher der folgenden Faktoren ist k e i n Kriterium für die Altersgebrechlichkeit (frailty)?
- unbeabsichtigter Gewichtsverlust
- Hypotonie
- Muskelschwäche
- langsame Gehgeschwindigkeit
4. Mangelernährung im Alter kann verbunden sein mit ...
1) Gewichtsabnahme und körperlicher Schwäche.
2) therapiebedürftigen Versorgungsdefiziten, z. B. an Folat, Kalzium oder Vitamin D.
3) Abbau von Fettreserven und Abnahme von Muskelmasse.
4) Untergewicht, Kraftmangel und erhöhtem Sturzrisiko.
5) Gebrechlichkeit und Pflegebedürftigkeit.
- Antwort 2) ist richtig.
- Die Antworten 2) und 3) sind richtig.
- Die Antworten 4) und 5) sind richtig.
- Alle Antworten sind richtig.
5. Welche der folgenden Aussagen ist f a l s c h ? Die Früherkennung einer Mangelernährung bei älteren Menschen …
- wird von Fachleuten im ambulanten wie stationären Bereich gefordert.
- obliegt dem behandelnden Arzt und erfolgt durch körperliche Untersuchung und Blutuntersuchungen.
- kann mit Screeningverfahren wie dem Mini-Nutritional Assessment MNA® erfolgen.
- mittels Screeningverfahren, die Befragungen zu Appetit, Lebensmittelwahl etc. beinhalten, ist bei Demenzpatienten nur möglich, wenn Angehörige oder Pflegepersonal zuverlässige Angaben machen können.
6. Was sind Zeichen einer Mangelernährung bzw. diesbezüglich ernst zu nehmende Entwicklungen?
1) Appetitmangel, unvollständiger Verzehr und Zurückweisen von Mahlzeiten
2) Unzufriedenheit mit dem Essensangebot
3) ungewollte, deutliche Gewichtsverluste von 5% oder mehr im Verlauf eines Vierteljahres
4) BMI von 20 kg/m2 oder weniger
5) Kraftverlust, Abnahme von Waden- und Oberarmumfang
- Die Antworten 3) und 4) sind richtig.
- Die Antworten 3), 4) und 5) sind richtig.
- Die Antworten 1), 3), 4) und 5) sind richtig.
- Alle Antworten sind richtig.
7. Welche Aussage zum BMI älterer Menschen ist f a l s ch?
- Ein BMI von < 18,5 kg/m2 ist im Alter mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden.
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert für Menschen ab 65 Jahren einen BMI von < 20kg/m2 als Grenze zum Untergewicht.
- Ein BMI von 20–24 kg/m2 ist im Alter – wie in jüngeren Jahren – als Bereich des Normalgewichts anzusehen, denn im Alter stellt Übergewicht aufgrund der damit verbundenen Belastungen für Herz-Kreislauf-System und Bewegungsapparat einen prognostisch ungünstigen Faktor dar.
- Ein BMI von 24–29 kg/m2 wird bei älteren Menschen, insbesondere bei Hochbetagten, als Bereich des normalen Körpergewichts angesehen, da die Körperlänge durch Alterungsprozesse abnimmt.
8. Dem Problem der Mangelernährung im Alter muss in Zukunft frühzeitiger und wirksam begegnet werden, weil …
- die Pflegekapazitäten in Heimen nicht so schnell ausgebaut werden können.
- viele Menschen im Alter dadurch länger ihre Selbstständigkeit bewahren könnten und eine bessere Lebensqualität hätten.
- ab einem Alter von 65 Jahren ein Screening eingeführt worden ist.
- Pflegekräfte Mangelernährung nicht erkennen können.
9. Screening-Verfahren zur Mangelernährung im Alter …
- sind nicht notwendig, da Mangelernährung von Angehörigen und Pflegekräften leicht zu erkennen ist.
- helfen durch gezielte Fragen bei geringem Aufwand, ein bestehendes Risiko für eine Mangelernährung zu erkennen.
- sind grundsätzlich für den Einsatz bei älteren Menschen validiert.
- sind nur für den stationären Bereich konzipiert.
10. Die Diagnose „Mangelernährung“ kann durch verschiedene Verfahren abgesichert werden. Dazu gehören:
1) Blutdruckmessung und EKG
2) Beobachtung des Ernährungsverhaltens alter Menschen durch Angehörige und Pfleger
3) Erfassen von Gewichtsstatus und -entwicklung, weitere anthropometrische Daten
4) klinische Anamnese und ärztliche Untersuchung
5) Protokollierung verzehrter Speisen und Getränke nach Art und Menge
- Die Antworten 3) und 5) sind richtig.
- Die Antworten 1), 3) und 4) sind richtig.
- Die Antworten 2), 3), 4) und 5) sind richtig.
- Alle Antworten sind richtig.