Happy Birthday Ernährungs Umschau

Was haben Angela Merkel, John Travolta, Francois Hollande, Dieter Bohlen, die Frauenzeitschrift Brigitte und die Ernährungs Umschau gemeinsam? Nun – alle erblickten im Jahr 1954 das Licht der Welt. Ich überlasse es Ihnen, wer davon Ihr Favorit ist und wer sich Ihrer Meinung nach am besten entwickelt hat. Auf jeden Fall ist der 60. Geburtstag unserer Fachzeitschrift im Juni 2014 für Redaktion, Herausgeber und Verlag Anlass, einmal vom gewohnten Layout der Titelseite abzuweichen und „uns“ ein wenig selbst zu feiern.

Zugleich möchten wir Danke sagen für die Unterstützung und Glückwünsche seitens der Verbände, Firmen und Organisationen, die uns zu diesem Jubiläum gratulierten. Unser Dank gilt vor allem auch Ihnen als treuen Lesern der Ernährungs Umschau, die Sie uns teilweise bereits seit vielen Jahren begleiten, wie die ersten Ergebnisse der laufenden Leserbefragung zeigen.

In 60 Jahren kann sich vieles verändern, aber es ist spannend, dass sich zugleich viele Dinge nur wenig wandeln – oder auch wiederholen. Was waren die Schlagzeilen des Jahres 1954? Deutschland wurde NATO-Mitglied, eine Sonnenfinsternis und starke Überschwemmungen in Europa ängstigten viele Menschen, in Ägypten wurde mit Oberst Nasser ein Militär zum Alleinherrscher … Die Tagesschau meldete stolz „Zahl der Fernsehteilnehmer in Deutschland steigt“ und – für die Freunde des runden Leders: Deutsche Fußballer und Fans feierten den Sieg bei der Weltmeisterschaft als „Wunder von Bern“.

1954 war auch das Jahr der ersten erfolgreichen Nierentransplantation, in Obninsk bei Moskau ging das weltweit erste kommerzielle Kernkraftwerk ans Netz, in Genf gründen zwölf europäische Staaten die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN). Und für alle, die Hobbits für eine Erfindung von Peter Jackson halten: In England erschien J. R. R. Tolkiens Roman „Der Herr der Ringe“.

Die Headlines aus dem Inhaltsverzeichnis der ersten Ausgabe der Ernährungs Umschau könnten durchaus auch in einem aktuellen Heft erscheinen:

  • Ernährungsfragen der Zukunft
  • Was bedeutet uns eigentlich das Essen?
  • Möglichkeiten und Grenzen der Krankenernährung

So sind es weniger die Fragen und Themen, die sich in 60 Jahren geändert haben, sondern eher die Untersuchungsmethoden, Lösungsansätze und Antworten, die wir heute auf diese Fragen geben: 1954 lebten auf der gesamten Erde 2,7 Milliarden Menschen, heute sind es mehr als doppelt so viele, nämlich über 7,2 Milliarden.1

Allein diese Problematik wirft ein anderes Licht auf Ernährungsfragen der Zukunft und die Bedeutung des Essens. In die 1950er Jahre fiel die so genannte „Fresswelle“ – heute gehören Übergewicht und Adipositas, aber auch die Verschwendung von Lebensmitteln zu den regelmäßigen Themen der Fach- und Publikumsmedien. Und die Möglichkeiten und Grenzen der Krankenernährung werden heute nicht nur durch den aktuellen Stand diätetischen Wissens, sondern verstärkt auch durch Fragen der Finanzierbarkeit und politische Rahmenbedingungen bestimmt. Ein Thema, das wir u. a. in unserem Special ab Seite M328 in diesem Heft aufgreifen.

Auch in den kommenden Jahrzehnten möchten wir die Ernährungs Umschau so gestalten, dass sie für möglichst viele Leser einen aktuellen Querschnitt der für Ernährungsfachkräfte relevanten Themen bietet – monatlich in der Print-Ausgabe und verstärkt über die Online-Ausgabe www.ernaehrungs-umschau.de.

Hierzu sind wir auf Ihre Rückmeldung angewiesen: Noch bis zum 20. Juni können sie an unserer Leserbefragung teilnehmen. Mehrere hundert Leserinnen und Leser haben dies bereits getan.

Falls Sie noch nicht an der Leserbefragung teilgenommen haben, der Fragebogen lag der April-Ausgabe der Ernährungs Umschau bei – und steht unter www.ernaehrungs-umschau.de/themen/kurz_berichtet/?id_6339=&page=3&id=6339 zum Download bereit. Sie finden den Download-Link auch als obersten Eintrag der News von www.ernaehrungs-umschau.de.

Über die Auswertung werden wir Sie in den kommenden Monaten informieren und Ihre Anregungen so schnell wie möglich in der Zeitschrift umsetzen. Neben diesem Überblick über das weite Feld von Ernährungsthemen sind die Beiträge zur Fort- und Weiterbildung wichtige Schwerpunkte der Zeitschrift. So hat sich die Anzahl der Teilnehmer an den regelmäßigen Online-Fortbildungen seit der Einführung dieser Rubrik im Jahr 2007 mittlerweile vervierfacht.

Für viele Leserinnen und Leser ist die regelmäßige Teilnahme an der Online-Fortbildung der Ernährungs Umschau ein festes Element im Weiterbildungs-Portfolio für die Zertifikate „Ernährungsberater/in“ der DGE, des VDD, des VDOE und des VFED, aber verstärkt auch als CME-Element für Ernährungsmediziner. In der Juli-Ausgabe der Zeitschrift finden Sie eine aktuelle Bestandsaufnahme: Welche Institutionen erkennen die Fortbildungspunkte an, welche weiteren Bedingungen gibt es?

Der Fortbildung dienen aber durchaus auch die wissenschaftlichen Originalbeiträge und Übersichten der Rubrik Wissenschaft & Forschung. Das Lesen erleichtern wir hier durch eine sorgfältige redaktionelle Aufbereitung. Was viele Autoren noch nicht wissen: Die Ernährungs Umschau ist bereits seit Jahrzehnten international mit Impact Factor gelistet (www.isiknowledge.com). Den internationalen Austausch ermöglichen wir Ihnen seit Januar 2013 durch die Bereitstellung der Peer-Review-Beiträge als frei zugänglichen (free access) englischen Volltext.

Wir feiern Geburtstag und freuen uns auf weitere spannende Jahre für das Fachgebiet Ernährung!

Prof. Dr. Helmut Erbersdobler, Herausgeber
Dr. Udo Maid-Kohnert, Redaktionsleitung 

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 06/14 auf Seite M293.

1 Wer es sekundengenau haben möchte: www.weltbevoelkerung.de/meta/whats-your-number.html

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