Ernährungsaufklärung: Migrantinnen als Mittler
- 18.08.2011
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Bild: © BeKi/
LEL Schwäbisch Gmünd
"BeKi"-Fachfrauen vermitteln Eltern seit vielen Jahren, was zu einer ausgewogenen Kinderernährung gehört . In Elterninformationsveranstaltungen zeigen sie praxisnah, wie sich diese Empfehlungen in den Alltag integrieren lassen und wie ein gemeinsamer Esstisch nicht zum „Stresstisch“ wird.
Eltern mit Migrationshintergrund bleiben diesen Veranstaltungen häufig fern, da sie sprachliche und kulturelle Barrieren befürchten. Qualifizierte Migrantinnen können nun als BeKi-Assistentin diese Hürden abbauen und neue Zielgruppen erschließen.
Zusammen mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Filderstadt, der Muslimischen Frauengemeinschaft Filderstadt und INTEGRA e. V. entwickelte das Landwirtschaftsamt Nürtingen (Landkreis Esslingen) im Rahmen von „Komm in Form“ das Projekt: Migrantinnen werden zu „BeKi-Assistentinnen“ qualifiziert. Eine BeKi-Assistentin begleitet die BeKi-Fachfrau zu Informationsveranstaltungen und unterstützt sie, indem sie schwierige Inhalte übersetzt und sie auf kulturelle Besonderheiten bereits im Vorfeld hinweist.
Die ersten BeKi-Assistentinnen sind seit Juli 2011 im Landkreis Esslingen zertifiziert. Sie erlernten in zwei aufeinander aufbauenden Schulungen die Grundlagen der Kinderernährung und wie diese den Eltern vermittelt werden können. Diese Kenntnisse erprobten sie bei einer Gruppe, die sie selbst auswählen durften. Sie planten eine BeKi-Informationsveranstaltung und führten diese gemeinsam mit einer BeKi-Fachfrau durch. Als Abschluss dieser umfangreichen Fortbildung erhielten die Teilnehmerinnen das Zertifikat „BeKi-Assistentin“. Das Landwirtschaftsamt Nürtingen bietet nun halbjährliche Fortbildungen für die BeKi-Assistentinnen an, um aktuelle Themen zu besprechen und die Kenntnisse zu vertiefen.
Von Seiten der Migrantinnen besteht reges Interesse. Zehn Frauen nehmen bei einem neuen Qualifizierungskurs teil. Auch landesweit stieß das Projekt bei einem Treffen der Integrationsbeauftragten Baden-Württemberg auf großes Interesse, denn die Migrantinnen unterstützen nicht nur BeKi, sie schaffen sich auch selbst die Möglichkeit, beruflich flexibel tätig zu werden und zum Familieneinkommen beizutragen. Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein und hilft ihnen, neue Kontakte zu knüpfen. Eine Ausweitung auf Landesebene wird daher auch von den Integrationsbeauftragen und Kulturvereinen angestrebt. Kontakt: Monika Klaus, Landwirtschaftsamt Nürtingen (Landkreis Esslingen), 0711-3902-1489, klaus.monika@LRA-ES.de. Quelle: Pressemitteilung LEL Schwäbisch Gmünd vom 18.07.2011
Den Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 09/11 auf Seite 463.