Biochemie: Erhöhte Erythrit-Konzentrationen im Blut bei beginnender Adipositas

Um eine mögliche Entwicklung von Adipositas frühzeitig identifizieren und dieser ggf. gegenwirken zu können, wollten Prof. Dr. Patricia Ann CASSANO vom Bereich Ernährungswissenschaft an der US-amerikanischen Cornell-Universität und ihr Team einen Biomarker identifizieren. Die Wissenschaftler untersuchten deshalb in einer repräsentativen Gruppe von Studienanfängern 1 Jahr lang den Gesundheitszustand und nahmen Blutproben.

An dem internationalen Forschungsteam war auch das Team um Prof. Dr. Karsten HILLER , Leiter der Abteilung Bioinformatik und Biochemie am Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS) der TU Braunschweig, beteiligt. Sie identifizierten Stoffwechselprodukte in den Blutproben und wie sich deren Zusammensetzung im Laufe des Untersuchungszeitraums veränderte. Bei Studienteilnehmern, die gerade stark zunehmen, tauchte verstärkt der Zuckeralkohol Erythrit im Stoffwechsel auf. Bisher galt Erythrit als Süßstoff, der vom menschlichen Stoffwechsel nicht verarbeitet, sondern unverändert ausgeschieden wird. HILLERS Team stellte fest, dass der Süßstoff nicht nur über die Nahrung in den Körper gelangt, sondern auch selbst von ihm hergestellt wird. Welche Beziehung zwischen einer erhöhten Erythrit-Konzentration im Blut und einer einsetzenden Adipositas besteht, wollen die Wissenschaftler in nächsten Untersuchungen herausfinden.

Quelle: Technische Universität Braunschweig, Pressemeldung vom 08.05.2017



Diesen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 6/17 auf Seite M312.

Das könnte Sie interessieren
Medienumschau 1/2025 weiter
Chronische Nierenkrankheit in der hausärztlichen Versorgung weiter
Hochschulen und Forschungsinstitutionen verlassen Plattform X weiter
Mehrwertsteuer als Hebel für nachhaltige Ernährung weiter
Einschränkung des Zuckerkonsums in den ersten 1000 Tagen schützt vor chronischen... weiter
Lukas Schwingshackl erhält Auszeichnung als „Highly Cited Researcher 2024“ weiter